Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42590
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 4:59:00 PM
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Islamkunde 11 – Islam und Glaube 3 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Mehr als alles wird im Islam der Glaube beachtet, weil sich alles, was den Menschen von Gott abverlangt wird um den Glauben dreht. In vielen Versen wird den angesprochenen Personen gesagt, dass der Mensch nur dadurch erlöst werden kann, dass er sich von Unreinheiten befreit und „glaubt“. Nur indem man glaubt, kann man sich aus üblen Situationen befreien, sich vor Korruption, Untergang und Gefangenschaft im Gefängnis der Verlangen und Illusionen der Triebseele bewahren, den wahren und reinen Genuss erleben und sich das ewige Leben aneignen. All dies ist nur durch den Glauben an Gott und die Wiederauferstehung möglich. Bei Theologen, Philosophen und Gnostikern haben Diskussionen, die den wahren Glauben betreffen stets die höchste Priorität.

Unter islamsichen Theologen gibt es, was die Wahrheit des Glaubens betrifft, drei verschiedene Theorien:

Die erste Theorie, die von den Asch’ariten vertreten ist, besagt, dass der Glaube die Bestätigung der Existenz Gottes, der Propheten, und der göttlichen Anweisungen besteht. Der Glaube wird im Herzen aufbewahrt, aber auch geäußert und kundgetan.[1] Durch diese Kundgebung bezeugt man eine Wahrheit und akzeptiert sie. Die Asch’ariten betrachten diejenigen als Gläubige, die sich an das, was ihnen offenbart wurde, binden.

Die meisten Anhänger dieser Theorie sind der Überzeugung, dass man die Glaubensgrundlagen dann verifizieren muss, wenn es einen direkten, dem Qur’an entnommenen Grund hierfür gibt. Gott hat die Verifizierung seiner selbst und seiner Propheten nicht vorausgesetzt, weil es keinen vernünftigen Grund dafür gab. Ihre Behauptung basiert darauf, dass der Verstand selbst nicht entscheiden kann, was erwünscht ist und was unerwünscht. Mit anderen Worten ist der Verstand nicht dazu fähig, etwas als Pflicht zu erkennen. Gott, und nur Gott ist es, der etwas als Gut oder Schlecht bezeichnet. Somit ist Gott der alleinige Gesetzgeber, der die Menschen zu etwas verpflichten kann.

Dieser Theorie nach ist das Einhalten der religiösen Pflichten sowie das meiden von religiös verbotenen Dingen nicht im wahren Glauben enthalten. Es gibt keine mittlere Zone zwischen Glaube und Unglaube, gläubig ist jemand der die göttlichen Propheten, unter anderem den hl. Propheten (s.) anerkennt.

Die zweite Theorie ist auch als die Theorie der Mu’tazila bekannt. Sie besagt, dass jemand, der seine Pflichten und Verantwortungen wahrnimmt ein Gläubiger ist. Der Glaube besteht also gänzlich aus Taten[2]. dass der Mensch in der Natur ein Wesen mit Verpflichtungen ist und diese Verpflichtung anhand seines Verstands innerlich wahrnehmen und nachvollziehen kann. Die Verantwortung der Menschen und seine Verpflichtungen im Rahmen seiner Natur sind also die Basis der Menschenkenntnis der Mu’tazila. Sie sagen, dass Gott den Menschen frei geschaffen und ihm selbst die Verantwortung gegeben hat, weil Verantwortungsbewusstsein und Freiheit den Menschen in die Natur gelegt worden sind. Er hat diesbezüglich keine Wahl und ist zwangsläufig frei oder trägt Verantwortung. Er kann jedoch wählen, ob er seine Pflicht erfüllt oder nicht. Die Wahl, seinen Pflichten nachzugehen ist der Glaube, während man mit der anderen auf den Glauben verzichtet. Der Glaube ist also eine praktische Wahl und anhand dieser Wahl entscheidet man zwischen Paradies und Hölle. Wer seinen Pflichten nachgeht, kommt also ins Paradies, während derjenige, der sie vernachlässigt, dem wird die Belohnung und der Eintritt ins Paradies verwehrt. Aus der Sicht der Mu’tazila hat der Glaube mehr mit einer „praktischen Philosophie“ zu tun als mit einer theoretischen.



[1] Siehe Abulhassan Asch’ari, Maqalat al islami’een (Ägypten 1969) Band 1, S. 347 u. Taqazani, Scharh Al-Maqasid (Uthmani, 1350), Band 2, S. 184

[2] Ghazi Abduldjabbar, Scharh ul ahwal al khamsa (Ägypten, 1384) S. 701 u. 707, u. Schahristani, Nationen und Philosophien, (Qahira, 1387), Band 1, S. 73


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