Islamisches Zentrum Hamburg
Delicious facebook RSS An einen Freund senden drucken speichern XML-Ausgabe HTML-Ausgabe Output PDF
Nachrichten Code : 42610
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 5:54:00 PM
Aufrufe : 1056

Islamkunde 32 – Islam und Gerechtigkeit 3 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Gerechtigkeit ist eine der göttlichen Eigenschaften. Wenn gesagt wird, dass Gott gerecht ist, dann ist damit gemeint, dass er jedes Wesen mit etwas ausgezeichnet und ihm Fähigkeiten gegeben hat, so dass niemanden Unrecht getan wird. So wird über Gott niemals gesagt, er sei ungerecht: „Und dein Herr ist niemals ungerecht gegen die Menschen.“[1] Auch Imam Ali (a.s.) lobt Gott in der Nahdjulbalagha mit der Eigenschaft der Gerechtigkeit und sagt: „Ich bezeuge, dass er Gerecht ist und die Feindseligkeiten beendet.“[2] Und Imam Sadegh (a.s.) beschreibt Gott mit den folgenden Worten: „Gott ist ein Licht, welches keine Dunkelheit zulässt; eine Wahrheit, die keine Lüge zulässt; eine Gerechtigkeit, in der sich keine Ungerechtigkeit finden lässt und eine Wahrheit, die nichts Unwahres enthält.“[3] Gerechtigkeit im Universum und in der Natur, Gerechtigkeit in den islamischen Regelungen und Gerechtigkeit am Tag der Wiederauferstehung und Abrechnung sind wichtige Aspekte der göttlichen Gerechtigkeit, mit denen wir uns hier – so Gott will – befassen möchten.

Die gesamte Existenz und die Dynamik innerhalb und außerhalb aller Dinge basieren auf Gerechtigkeit. Alles hat seinen Platz und in der Natur und im Universum gibt es keine Ungerechtigkeit oder Unterdrückung. Auch Diskriminierung hat hier keine Bedeutung, weil jeglicher Unterschied auch auf die Verträglichkeit, Ausgewogenheit und Harmonie zwischen den Kreaturen hinweist. So sagte der hl. Prophet (s.): „Die Himmel und die Erde sind auf dem Grund der Gerechtigkeit aufgestellt worden.“[4]

Imam Ali (a.s.) sagte in einer umfassenden Aussage: „Gott ist darüber erhaben, seinen Dienern Unrecht zu tun. Er bewahrt Gerechtigkeit und Maß unter seinen Dienern und urteilt Gerecht über sie.“[5]

Wichtig ist, dass wir die gesamte Welt in Betracht ziehen müssen, wenn wir ein richtiges Bild der Gerechtigkeit in dieser Welt und in der Natur erzeugen möchten. Wenn wir uns nur mit Einzelheiten befassen, werden wir daraus keinen korrekten, logischen Schluss ziehen können. So werden wir das Leid und die natürlichen Katastrophen wie z.B. Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben und manche andere Dinge nicht richtig analysieren können. Wir müssen stets beachten, dass Gott der Erhabene nichts umsonst tut und alle Dinge basierend auf seiner unendlichen, göttlichen Weisheit geschaffen und für jedes Ding einen Platz vorgesehen hat. Die göttliche Weisheit unterscheidet sich allerdings von der menschlichen: der Mensch agiert klug, weil er an seinen eigenen Vorteil denkt, während Gottes Weisheit dem Zweck dient, dass die Geschöpfe ihren Pfad der Vervollkommnung hinter sich legen, und nicht den seiner eigenen Vervollkommnung. Gott der Allwissende ist nämlich im Besitz absoluter Vollkommenheit.

Wir sollten auch Wissen, dass Gott an das Wohl aller Kreaturen denkt und wenn die Existenz eines Geschöpfes die Schaffung mancher Mängel und schlechter Dinge verlangt, so wird Gott dies tun damit das größere Wohl erhalten bleibt. Wenn also ein geringeres Übel eine unweigerliche Voraussetzung für ein größeres Wohl ist, so wird auch dieses geringere Übel zu Gottes Willen gehören.

Der Qur’an betrachtet also die Existenz von Unterschieden als Zeichen der göttlichen Macht und bringt ein schönes Beispiel hierfür: „Er sendet Wasser vom Himmel herab, so daß die Täler nach ihrem Maß durchströmt werden, und die Flut trägt Schaum auf der Oberfläche. Und ein ähnlicher Schaum ist in dem, was sie im Feuer aus Verlangen nach Schmuck und Gerät erhitzen. So verdeutlicht Allah Wahrheit und Falschheit. Der Schaum aber, der vergeht wie die Blasen; das aber, was den Menschen nützt, bleibt auf der Erde zurück. Und so prägt Allah die Gleichnisse.“[6]

So hat Gott jedes einzelne Wesen entsprechend einer Kapazität an seiner Gnade Teil haben lassen. Und da die Kapazitäten von Natur aus verschieden sind, nehmen auch die göttlichen Zuwendungen verschiedene Maße an. Diese Unterschiede haben klarerweise nichts mit Diskriminierung und Unrecht zu tun.

So wie in der Natur und im Universum Gerechtigkeit herrscht, so ist sie auch in den islamischen Regelungen gegeben. Die göttliche Gerechtigkeit zu seinen Dienern ist vollständig und sehr genau berücksichtigt worden. Die Pflichten der Menschen stehen z.B. im Zusammenhang mit ihren Fähigkeiten und Kapazitäten und es wird niemals etwas von ihnen verlangt, wozu sie nicht fähig sind: „Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag“[7]

Gott hat während der Gesetzgebung vor allem darauf geachtet, dass die Regelungen einfach und verständlich sind und sagt daher: „Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen“[8]

Am wichtigsten ist dabei, dass alle göttlichen Regelungen das Wohl des Individuums und der Gesellschaft berücksichtigen, damit in Wahrheit die Bedingungen für das Wachstum und für die Vervollkommnung des Glaubens der Gottesdiener gegeben ist und damit sie die weltliche und die jenseitige Glückseligkeit erlangen. Imam Ali (a.s.) sagt: „[Allah ist] der, der sehr geduldig ist und vergibt, und all seine Befehle sind gerecht.“[9] „… und  in seinem Urteil lässt er Gerechtigkeit über seine Diener walten.“[10]

So sind alle Anweisungen und Pflichten, die dem Menschen von Gott dem Erhabenen gegeben wurden erstens einfach ausführbar, und zweitens führen die ihn zur Glückseligkeit dieser Welt und des Jenseits.

Zweifelsohne wird die göttliche Gerechtigkeit im Jenseits und am Tage der Abrechnung, wo die wahren Wirkungen der menschlichen Taten zum Vorschein kommen, eine eigene Manifestation haben und alle Dinge werden gerecht bewertet. Im hl. Qur’an steht: „Und Wir werden Waagen der Gerechtigkeit für den Tag der Auferstehung aufstellen, so daß keine Seele in irgendeiner Weise Unrecht erleiden wird.“[11]

Es ist ganz klar, dass die Waagen der Gerechtigkeit wahrhaftig sein werden: „Und das Wägen an jenem Tage wird wahrhaftig sein. Diejenigen, deren Waagschale dann schwer ist, werden erfolgreich sein.“[12]

So wird jeder entsprechend seiner Überzeugung, seines Verhaltens und seinem Tun belohnt. Auch die göttliche Gnade und Vergebung wird am Tage der Auferstehung mehr als zuvor erscheinen. An jenem Tag muss jeder seine eigene Last tragen und für seinen Besitz verantwortlich sein, ganz klar wird niemand anderer die Last der Sünde eines anderen Menschen zu tragen haben: „keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen.“[13]

 

 

[1] 41:46

[2] Nahdjulbalagha, Ansprache 214

[3] Die Lichtermeere, Muhammad Baqer Madjlesi, Band 1, S. 157

[4] Mulla Hussein Faidh Kaschani, Safi Exegese, über den 9. Vers der Sure Al-Rahman

[5] Nahdjulbalagha, 185

[6] 13:17

[7] 2:286

[8] 2:185

[9] Nahdjulbalagha, 191

[10] Ebd., 185

[11] 21:47

[12] 7:8

[13] 6:164


Kommentar



Zeige nichtöffentliche
تصویر امنیتی :