Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42614
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:12:00 PM
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Islamkunde 36 – Islam und Gerechtigkeit 7 - Die individuelle Gerechtigkeit angesichts göttlicher Geschöpfe und Phänomene 1 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Verfügt der Mensch über individuelle Gerechtigkeit, und erkennt er seine Verantwortungen und Pflichten gebührend an, so wird sich diese Gerechtigkeit auch auf seine unmittelbare Umgebung auswirken. Je stärker die individuelle Gerechtigkeit, ob nun aus religionsrechtlicher oder aus ethischer Sicht geprägt ist, desto gerechter wird auch die Umwelt des Individuums gestaltet. Hier ist es angebracht, einige Dinge bezüglich einer gerechten und gemäßigten Umgebung zu erwähnen, damit dessen Bedeutung aus islamischer Sicht klarer dargestellt wird.


Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Verfügt der Mensch über individuelle Gerechtigkeit, und erkennt er seine Verantwortungen und Pflichten gebührend an, so wird sich diese Gerechtigkeit auch auf seine unmittelbare Umgebung auswirken. Je stärker die individuelle Gerechtigkeit, ob nun aus religionsrechtlicher oder aus ethischer Sicht geprägt ist, desto gerechter wird auch die Umwelt des Individuums gestaltet. Hier ist es angebracht, einige Dinge bezüglich einer gerechten und gemäßigten Umgebung zu erwähnen, damit dessen Bedeutung aus islamischer Sicht klarer dargestellt wird.
Es soll nur daran erinnert werden, dass es sich hier nicht um die gesellschaftliche Gerechtigkeit handelt, welche in anderen Ansprachen behandelt wird. Die Gerechtigkeit in der Umgebung des Menschen hat hier viel mehr mit der Verwirklichung der individuellen Gerechtigkeit zu tun. In einer gewissen Hinsicht könnte man vielleicht dieses Thema (z.B. wenn es Gerechtigkeit in der Familie betrifft, und zwar wenn man die Bedeutung des Begriffs erweitert) auch in einer Diskussion über gesellschaftliche Gerechtigkeit ansprechen, doch es ist für den Zweck dieser Diskussion besser, die Gerechtigkeit in der Umgebung von der gesellschaftlichen Gerechtigkeit zu trennen.
Es ist allenfalls ganz klar, dass jemand, wenn er als „gerecht“ bezeichnet wird, fortwährend bemüht ist, seine Gerechtigkeit in allen Aspekte und Feldern durchzusetzen. Einer dieser Aspekte ist die Gerechtigkeit gegenüber anderen Geschöpfen Gottes.
Die persönliche Gerechtigkeit führt zweifelsohne dazu, dass man andere Geschöpfe in seiner unmittelbaren Umgebung gerecht behandelt, ob es sich nun um Mensch, Tier oder gar Pflanze handelt. Der gläubige Mensch sieht anhand seiner Überzeugung alles in seiner Umgebung seinem Schöpfer gehörend, denn alles wurde  von ihm geschaffen und ist eine Manifestation seiner Zuwendung. Jede Emanation Gottes ist natürlich direkt mit ihm verbunden und muss vom Menschen respektiert werden. Alle Geschöpfe und Phänomene der Existenz haben dieselbe Quelle, auch wenn sie scheinbar voneinander getrennt sind. Es ist wie bei mehreren Brunnen, die ihr Wasser von derselben Quelle erhalten. Ja, diese Brunnen befinden sich an verschiedenen Orten und man sieht keine offensichtliche Verbindung zwischen ihnen, doch ihre Quelle ist dieselbe und gerade diese verbindet sie.
Der Mensch, der einen monotheistischen Glauben hegt, zieht den Schluss, dass alle Gegenstände seiner Umgebung auf eine Art mit dem Schöpfer der Welt verbunden sind, weil alle Dinge, ob nun Lebewesen oder Gegenstände ihre Existenz von einer absoluten Wahrheit, nämlich dem allwissenden, allmächtigen Schöpfer erhalten haben. Sie mögen sich in verschiedenen Stufen der Existenz aufhalten, doch alle haben sie ihre Stufe der Existenz mit Rücksicht auf ihre Kapazität vom Schöpfer erhalten. Wenn der Mensch diese Sichtweise verfolgt, so wird er sich bemühen, nichts und niemandem Unrecht zu tun, nicht einmal einer herkömmlichen Pflanze, und wird allen Dingen ihr existenzielles Recht zugestehen. Eine Ordnung und eine wahrhaftige Struktur unter allen Dingen sind nur dann realisierbar, wenn diese natürlichen Rechte anerkannt werden. Imam Ali (a.s.) erweitert das Gebiet der Gerechtigkeit um einiges, nämlich von gesellschaftlichen Dingen auch auf die Dinge, die die Natur betreffen:
„Ihr alle habt eine Verantwortung und es obliegt euch, Rechte anzuerkennen, auch von Vierbeinern und von der Erde selbst. Ihr habt nicht nur Gott und den Menschen gegenüber eine Verantwortung, sondern auch den Tieren und der Erde gegenüber. Denkt ja nicht, dass ihr Nutztiere so behandeln könnt wie ihr wollt, nur weil sie sich in eurem Besitz befinden. Denkt nicht, ihr könnt sie belasten wie sie wollt und sie nur füttern, wenn ihr wollt. Denkt nicht, dass es euch nicht obliegt, das Tier zu tränken und zu verpflegen, wenn es dürstet oder verletzt wird. Nein, so ist es nicht. Es ist in eurer Verantwortung, diese Erde zu bebauen und zu verhindern, dass sie vernichtet wird. Gott der Erhabene verlangt es von euch.“
Der Edelmutige (s.) schrieb einen Brief an jemanden, der mit dem Einsammeln der Zakat beauftragt worden war, und erwähnte sehr spezifische und feine Dinge über die Rechte der Tiere:
„Vertraue die Tiere einem Hirten an, der sie nicht zu schnell treibt und erschöpft. Sage dem Hirten außerdem, dass er die Tiere von ihren Jungen nicht trennen soll, und sie an Stellen vorbeiführen soll, die reichlich Gras zum Weiden haben.“


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