Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42615
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:15:00 PM
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Islamkunde 37 – Islam und Gerechtigkeit 8 - Die individuelle Gerechtigkeit angesichts göttlicher Geschöpfe und Phänomene 2 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

In den vergangenen Ansprachen erwähnten wir, dass der Islam die Gerechtigkeit gegenüber göttlichen Phänomenen und Geschöpfen sehr betont, und dass nichts und niemandem Unrecht getan wird, wenn man dies berücksichtigt. Natürlich sind alle Menschen an der Realisierung einer solchen, allumfassenden Gerechtigkeit beteiligt und müssen ihren Anteil der Verantwortung übernehmen.

Aus islamischer Sicht steht allen Phänomenen und Geschöpfen Gottes ein natürliches Recht zu, dass ihnen vom Menschen zugestanden werden muss. Die islamische Ethik erlaubt es dem Menschen nicht, Tiere zu quälen oder sie zu töten, oder gar Pflanzen zu entwurzeln, es sei denn, er muss sich verteidigen oder sich ernähren. Jeder Mensch ist dazu verpflichtet, die Erde zu bebauen und seine Umwelt zu schützen. Auch was die Anrechte der Tiere und Pflanzen betrifft, gibt es gewisse Dinge, die von der islamischen Jurisprudenz und Ethik thematisiert werden und die es zu beachten gilt. Vom hl. Propheten (s.) wird überliefert:

„Das Nutztier hat sechs Anrechte. Der Besitzer muss, da wo er mit dem Tier ankommt, es füttern. Er muss es tränken, wenn er Wasser findet. Er darf den Kopf des Tieres nicht bedecken, weil es seinen Gott lobpreist. Er darf nicht auf das Tier steigen, wenn er nicht reisen will, es sei denn er kämpft auf Gottes Pfad. Er darf das Tier nicht überanstrengen und bei den Reisen die Belastbarkeit des Tieres berücksichtigen.“

Es wird auch überliefert, dass der Edelmutige (s.) einst ein Kamel sah, dass man beladen und ihm die Beine gefesselt hatte. Darauf sagte er: „Berichtet dem Besitzer dieses Kamels, dass er sich vorbereiten soll, denn das Tier wird am Tage der Wiederauferstehung mit ihm abrechnen.“

Es wurde auch überliefert, dass Imam Sadegh (a.s.) eine Karawane sah, in der eines der Kamele ungleichmäßig beladen war, so dass ihm die Last Schwierigkeiten bereitete. Er sagte dem Besitzer: „Sei gerecht zu diesem Kamel, denn Gott liebt die Gerechtigkeit.“[1]

Auch die islamischen Rechtsgelehrten haben gewisse Regeln für das Jagen der Tiere vorgesehen, dies es zu berücksichtigen gilt. Einige davon möchten wir hier erwähnen, damit klar wird, wie sehr der Islam diese Dinge beachtet, die manchen Menschen belanglos erscheinen. Die Rechte der Tiere, die heutzutage ernsthaft thematisiert werden, gehören zu den wichtigsten Lehren des Islams bezüglich der Gerechtigkeit und wurden bereits vor 1400 Jahren angesprochen. Wir können uns mehr mit den erleuchtenden islamischen Lehren vertraut machen, wenn wir manche dieser Regelungen beachten.

Die Religion schreibt vor: „Schlaft, wenn ihr auf Reisen seid, nicht auf dem Rücken eurer Tiere, weil es ihren Rücken verletzt und es ist nicht weise, dies zu tun; es sei denn auf der Sänfte. Wenn ihr von eurem Nutztier absteigt, dann füttert es, bevor ihr selbst esst, denn auch euer Nutztier ist euer Reisebegleiter.“[2]

Es heißt in der islamischen Jurisprudenz auch, dass die Reise derer, die zum Vergnügen Tiere Jagen, als eine Reise der Sünde gilt, so wie es etwa die Weltverliebten tun. Wenn sie aber Jagen, weil sie sich ernähren müssen oder weil sie mit ihrer Beute handeln um sich zu ernähren, ist es keine Sünde.[3]

Es gibt auch Verhaltensregeln dafür, wie ein Tier getötet werden muss. Es ist erwünscht, das Tier zu tränken und sich zu bemühen, dass das Tier nicht gequält wird. Das Schlachtmesser muss z.B. scharf genug sein, und dass Tier muss so prompt wie möglich geköpft werden. Es ist unerwünscht, dass Tier dort zu köpfen, wo es von anderen Tieren gesehen wird, z.B. sollten Schafe und Kamele nicht da geköpft werden, wo sie von anderen Schafen und Kamelen gesehen werden können.

Auch die Art der Unfehlbaren (s.) sagt viel darüber aus, wie man Tiere zu behandeln hat. Es wird erzählt, dass Imam Sadjad (a.s.) ein Kamel besaß, mit dem er 22 nach Mekka gereist war, doch niemals hat er dem Tier auch nur einen einzigen Peitschenhieb verpasst.[4] Unsere religiösen Vorbilder haben es sehr beachtet, dass Tieren kein Unrecht getan wird, doch auch was Pflanzen betrifft, haben sie gewisse Verhaltensregeln festgelegt. Imam Sadegh (a.s.) sagt: „Jemand der eine Lotosblume tränkt, gleicht jemandem der einen durstigen Gläubigen tränkt.“ Der Edelmutige (s.) sagte auch: „Fällt keinen Baum, der Früchte trägt, denn ihr werdet dafür bestraft.“ Er hat auch das Fällen von Palmen mißbilligt.[5]

Der Islam weist sogar auf die göttlichen Gesetze hin, wenn es um Dinge wie Wasser oder Luft und andere, göttlichen Gaben geht. Er schreibt vor, dass sie optimal genützt und nicht verschwendet werden. Dass natürliche Quellen geschont werden müssen, wird vom Islam besonders betont.

All dies lehrt uns, dass man das Maß im Umgang mit göttlichen Phänomenen zu berücksichtigen hat. Abschließend möchte ich auch allen, die den Islam genauer studieren möchten, empfehlen, dass sie alle Aspekte des Islams berücksichtigen und sich an die Hauptquellen dieser Religion wenden. Experten können auch dabei helfen, den Islam genauer und besser zu verstehen.



[1] Hiliyat Al-Muttaqin, Muhammad Baqer Madjlesi, S. 368

[2] Ebd., S. 409

[3] Tahrir ul-wasila, Band 1, S. 461

[4] Muntahal Al-Amal, Band 2, S. 46 (Scheich Abbas Qumi)

[5] Hiliyat Al-Muttaqin, S. 393


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