Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42616
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:17:00 PM
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Islamkunde 38 – Islam und Gerechtigkeit 9 - Individuelle Gerechtigkeit bei Familienangelegenheiten Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen



Aller Lobpreis gebührt Gott, Dem Erhabenen, Dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. Oh Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, Dem Erhabenen, Dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. Oh Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

In den vergangenen Wochen wurde in den Freitagsansprachen darauf hingewiesen, dass die Bewahrung der individuellen Gerechtigkeit großen Segen und positive Auswirkungen nach sich zieht. So weitet sich die individuelle Gerechtigkeit auf die nähere Umgebung aus und der Mensch erfährt eine Form der Gerechtigkeit, die Imam Ali (a.s.) als besonders lobenswerte und angesehene Eigenschaft hervorhob: „Durch Gerechtigkeit vervielfältigen sich die Gaben“[1], „Wahrlich, die Gerechtigkeit ist die beste und höchste Tugend, die ein Mensch besitzen kann.“[2]

Die Gerechtigkeit in der Familie ist eine weitere Auswirkung der individuellen Gerechtigkeit, mit der wir uns diese Woche befassen möchten. Zunächst soll aber daran erinnert werden, dass der Islam als eine monotheistische und heilige Religion und als letzte Denkschule, die für die Rechtleitung der Menschheit erschienen ist, großen Wert auf die Familie legt und besonders betont, dass die Menschen fortwährend bemüht sein sollten, dieses Zentrum der Wärme zu errichten, damit daraus eine gesunde und sichere Gesellschaft erblüht. Es ist offensichtlich, dass die Familie und die Art der Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern ein Resultat des Verhaltens der Menschen ist, über welches sie selbst bestimmen können und welches im gesamtgesellschaftlichen Leben eine ebenso relevante Rolle spielt. Der Islam hat daher, um der Familie eine Ordnung zu verleihen, viele rechtliche und ethische Regeln gesetzt und dabei alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens berücksichtigt. Er unterstreicht die Gerechtigkeit in der Familie, die der Grundstein für gerechtes Handeln in der Gesellschaft, in der Politik und auf anderen Ebenen der wechselseitigen Beziehungen ist.

Gerechtigkeit in der Familie bedeutet, dass jedes einzelne Mitglied einer Familie seine Verantwortungen gegenüber anderen Mitgliedern der Familie wahrnimmt und erfüllt und für gegenseitigen Respekt in der Familie einsteht. Zweifelsohne trägt die Gerechtigkeit der Familie viel zum spirituellen sowie materiellen Wohlstand der Gesellschaft bei.

Die Bewahrung der Gerechtigkeit in der Familie kann als die Bemühung bezeichnet werden, die sich in dem Zugestehen der gegenseitigen Rechte ihrer Mitglieder darstellt. Rechte, die von allen Individuen einer Familie respektiert werden müssen und die, wenn sie unterdrückt oder den Mitgliedern verwehrt werden, zur Unterdrückung der gesamten Familie führen können.

Hierbei sollte sich vor Augen geführt werden, dass im Laufe der Geschichte der Gerechtigkeit in der Familie keine wesentliche Rolle beigemessen wurde. Besonders bestürzend waren die Zeiten, in denen neugeborene Mädchen lebendig begraben wurden und Frauen weder als Lebensgefährtinnen noch als Autoritätspersonen bei der Erziehung der Kinder respektiert wurden.

Auch die frühere Geschichte zeigt auf, dass Nationen und Stämme dieses widrige Verhalten gegenüber Ehefrauen und Kinder bestätigen und fortsetzen.

Der Islam spricht sich für die Rechte der Frauen, der Eltern und für die Rechte der Kinder und Verwandten aus und bekämpft Unterdrückung und Unrecht.

Zu den wichtigsten Aspekten der Gerechtigkeit in der Familie gehören die Anrechte der Eltern, die im Islam einen außergewöhnlichen Stellenwert haben. Der Heilige Qur’an schreibt vor:

„Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, seinen Eltern Gutes zu tun.“ (Ankabut: 8)

Auch Imam Sadjad (a.s.) stellt die Bedeutung dieser Thematik in den Vordergrund, was sich in seiner Rechtsabhandlung erkennen lässt, in der er zuerst die Anrechte der Eltern beschreibt:

„Du schuldest es deiner Mutter, dir immer darüber bewusst zu sein, dass sie dich in sich getragen hat wie kein anderer, dich ernährt wie kein anderer, Durst über sich ergehen lassen hat, damit du genug zu trinken hast, Hunger ertragen hat, damit du genug zu essen hast, und selbst Schwierigkeiten in Kauf genommen hat, damit du es leicht hast. Du musst es ihr gebührend danken. Und du sollst auch wissen, dass dein Vater die Wurzel ist und du der Ast. Ohne ihn würde es dich nicht geben. So musst du es ihm gebührend danken und ihn wertschätzen.“[3]

Der Islam erlaubt es unter keinen Umständen, dass man den Eltern gegenüber respektlos oder lieblos ist, da ein solches Verhalten die Gerechtigkeit in der Familie verletzen würde. Dieser Respekt ist allerdings nicht nur auf die Lebzeiten der Eltern beschränkt, sondern muss auch nach ihrem Tod beibehalten werden.



[1] Ghurar-ul-Hikam, S. 146.

[2] Ebd., S. 23.

[3] Tohaf-ul-Oghoul, S. 299 (Ibn Schu’ba Harani).


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