Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42617
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:19:00 PM
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Islamkunde 39 - Islam und Gerechtigkeit 9 – Individuelle Gerechtigkeit in Familienangelegenheiten Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Zu den weiteren Aspekten der Gerechtigkeit in Familienangelegenheiten gehört die Art und Weise, wie sich die Ehepartner gegenseitig behandeln.

Der Islam setzt gewisse Regelungen, wenn ein Mann und eine Frau vermählt werden und bestimmt für jeden Ehepartner gewisse Rechte. Es ist notwendig, dass diese von den Familien richtig erkannt und eingehalten werden, und dass zwischen Ehepartnern stets gebührender Respekt herrscht.

Zu den gegenseitigen Anrechten der Ehepartner gehört der liebevolle Umgang, der Einklang und der Ausbau von Gemeinsamkeiten zwischen ihnen, was im Islam von besonderer Bedeutung ist.

Was die Anrechte der Frau betrifft, erwähnt der Islam als Erstes die Brautgabe, welche der Mann zu verrichten hat. Der hl. Qur’an sagt diesbezüglich ganz eindeutig:

„Und gebt den Frauen ihre Brautgabe als Schenkung. Und wenn sie euch gern etwas davon erlassen, so könnt ihr dies unbedenklich zum Wohlsein verbrauchen.“[1]

Der Frau steht es außerdem zu, dass sie vom Ehemann ab dem Zeitpunkt der Eheschließung, bis zum Tode oder auch für einen bestimmten Zeitraum nach einer Scheidung unterhalten wird. Er muss für Dinge wie Unterkunft, Ernährung, Kleidung und Haushalt aufkommen. Dabei macht es auch keinen Unterschied, wie Wohlhabend die Frau ist, der Mann hat den festgelegten Unterhalt zu bezahlen. Die Höhe ist so festgelegt, dass sie der Frau ein würdevolles Leben in angemessenem Wohlstand führen kann. Sie darf allerdings auch nicht zu viel verlangen, nur eben so viel, wie benötigt wird, damit sie in Würde leben kann.

Es steht der Frau zu, dass sie liebevoll vom Mann behandelt wird. Dieser hat ihre Bedürfnisse zu beachten und zu erfüllen. Er muss ihr gegenüber auch angemessen gepflegt auftreten.

Dem Mann steht zu, dass seine Bedürfnisse von seiner Ehefrau beachtet werden, und er selbst hat dabei seine Wünsche und Bedürfnisse aber auch zu mäßigen. Klarerweise darf es keiner der Ehepartner mit diesen Angelegenheiten übertreiben oder etwas vernachlässigen. Sie haben sich gegenseitig zu respektieren, sich respektvoll anzusprechen und liebevoll zu behandeln, wenn notwendig aufeinander hören und es einander zu ermöglichen, ein Leben in Würde und Maß zu leben. Der Islam schreibt dem Eheleben eine sehr große Bedeutung zu. Mann und Frau haben ihre natürlichen Bedürfnissen auf Bedenk freie Weise nachzugehen, und der Sinn des Ehelebens ist im Islam auch teilweise diese Angelegenheit. Es soll verhindert werden, dass in einer Familie Maßlosigkeit und Unordnung herrschen.

Frau und Mann haben sich respekt- und liebevoll zu behandeln, und bemüht sein, gegenseitig ihren Bedürfnissen nachzukommen. Sie haben es zu verhindern, dass ein Maß überschritten und die Familie verunreinigt wird.

Frau und Mann sollten es meiden, Dinge voreinander zu verbergen und ihre Angelegenheiten gegenseitig Transparent zu halten. Sie haben sich zu vertrauen und die Höhen und Tiefen des Lebens zu durchlaufen, indem sie sich Gott dem Erhabenen anvertrauen. Sie müssen es einander ermöglichen, Fortschritt zu erzielen und sich gegenseitig zu vervollkommnen. Mit gegenseitigem Verständnis und Zusammenarbeit sollen sie ihre Kinder erziehen, damit die Talente und Kapazitäten ihrer Sprösslinge entfaltet werden können.

Das erwähnte war eine Zusammenfassung der Angelegenheiten, die zu beachten sind, damit die Gerechtigkeit in einer Familie eingehalten wird. Klarerweise könnte man noch viel mehr auf die einzelnen, erwähnten Fälle eingehen.

Hier sollte jedoch erwähnt werden, was uns vom Imam Ali (a.s.) über das Verhalten dem Ehepartner gegenüber überliefert wurde:

„Sei liebevoll zu deinem Ehepartner, denn durch liebevollem Verhalten und Nachsicht trägst du mehr zu dazu bei, dass er sich verbessert. Verhindere nicht, dass er im Haushalt großzügig ist und sei nicht geizig. Verhalte dich so, dass er in der Familie einen Zufluchtsort hat, wo er vor den Verlockungen der Triebseele bewahrt ist.“[2]

Der hl. Prophet (s.) sagte:

„Die beste Frau unter euch ist die, die liebevoller ist, genauer auf das Maß achtet, und ihrem Mann gegenüber nicht ungehorsam oder eitel ist, sich nur für ihren Ehemann schminkt, in ihrer Abwesenheit das Vertrauen nicht bricht und die Rechte des Ehepartners einhält.“[3]

Ein weiterer Aspekt der Gerechtigkeit in der Familie zeigt sich im Verhalten der Eltern den Kindern gegenüber. Dazu gibt es im Islam viele Empfehlungen und Anweisungen, die auch alle verschiedenen Lebensabschnitte ansprechen: Wie man das Kind von Geburt an zu behandeln und zu erziehen hat, und welche Maßnahmen man dazu ergreifen kann. Wenn man seine Pflichten seinen Kindern gegenüber nicht kennt und sie nicht erfüllt, verursacht man viele Probleme in der Familie. Der Grund dafür, dass es in vielen Familien so zahlreiche, erziehungstechnische Probleme gibt ist der, dass die Eltern die islamische Lehre und die Grundlagen der Erziehung nicht kennen, und da rühren auch die Ungereimtheiten zwischen den Eltern her, wenn es um die Erziehung der Kinder geht.

Hier ist es angebracht, auf die Überlieferungen von Imam Sadjad (a.s.) hinzuweisen, die in seiner Rechtsabhandlung erschienen sind. Er empfiehlt den Eltern:

„Die Kinder haben das Recht, dass du sie als Teil von dir anerkennst. Sie werden in dieser Welt, wohl oder übel, dir zugeschrieben. Du trägst die Verantwortung, sie wohl zu erziehen und sie rechtzuleiten, so dass sie zu Gott finden. Also behandle sie so, dass sich die Wirkungen deiner richtigen Erziehung in dieser Welt zeigen, und so dass du im Jenseits keine Schulden hast, weil du deine Pflichten während des irdischen Lebens wahrgenommen hast.“

Bei der Lehre und Erziehung der Kinder sind Maß und Gerechtigkeit einzuhalten, damit ihre Talente aufblühen können.

Ein weiterer Aspekt der Gerechtigkeit in Familienangelegenheiten ist das Verhalten zwischen Geschwistern und Verwandten. Es gehört zu den wichtigsten Pflichten eines Muslims, sich über das Wohlbefinden seiner Verwandten zu erkundigen, sie zu treffen und den Kontakt mit ihnen aufrecht zu erhalten, ihnen – soweit möglich – bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen und sich zu bemühen, sie immer liebevoll zu behandeln und ihnen gegenüber großzügig zu sein.

Die Lehren der islamischen Religion und des hl. Qur’ans schenken dem Thema der Gerechtigkeit in Familienangelegenheiten viel Aufmerksamkeit und legen großen Wert darauf, dass die Rechte aller Familienmitglieder ihnen zugestanden werden. Es werden die gegenseitigen Rechte der Ehepartner, der Eltern und der Kinder, und der Verwandten und Geschwister, ob nah oder fern, beachtet. Wenn diese erleuchtenden Lehren des Islams beachtet werden, kann eine Vielfalt bestehender Familienprobleme bewältigt werden. Die Probleme der heutigen Familien und die Familienordnung per se sollten allerdings eigens ausführlich behandelt werden, doch hier begnügen wir uns damit die Dinge zu erwähnen, die mit Maß und Gerechtigkeit in diesen Angelegenheiten zu tun haben, und befassen uns – so Gott will – in Zukunft ausführlicher mit den einzelnen Themen. Wir hoffen aus ganzem Herzen, dass die menschliche Gesellschaft allen Familienangelegenheiten die notwendige Aufmerksamkeit schenkt und so eine gesunde Gesellschaft ermöglicht.

 


[1] 4:4

[2] Kafi, Band 2, S. 50

[3]


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