Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42620
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:29:00 PM
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Islamkunde 42 - Islam und Gerechtigkeit 12 – gesellschaftliche Gerechtigkeit 3Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Wie in den vergangenen Wochen bereits gesagt wurde, ist die Realisierung gesellschaftlicher Gerechtigkeit das Ziel einer jeden, religiösen Gesellschaft, denn nur so werden allen Individuen ihre Rechte zugeschrieben und es wird Dinge wie Rassendiskriminierung nicht mehr geben, weder zwischen weiß und schwarz noch zwischen Araber und Nicht-Araber. In einer solchen Gesellschaft gilt nur die Gottesfurcht als Maß. Die Menschen sind demnach zueinander wie Brüder, und auch zwischen Mann und Frau gibt es keinen Unterschied. Allen Menschen, ganz gleich welche Herkunft oder Religion sie haben, werden öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt. Wichtig ist dabei, dass die Regierung die Rechte aller Menschen richtig erkennt und sie ihnen zugesteht, ganz gleich welcher Gruppe oder Schicht sie angehören. Die Regierung hat dies ernst zu nehmen und sich nicht nur mit Parolen begnügen. Sie ist dafür verantwortlich, anhand der gesellschaftlichen Gerechtigkeit den Weg für die Entwicklung aller Menschen zu ebnen.

Die gesellschaftliche Gerechtigkeit hat verschiedene Aspekte, und einer dieser Aspekte befindet sich in der allgemeinen Verwaltung eines Volkes. Dies bedeutet, dass die Verwaltung kompetenten Menschen zu übergeben ist, und dass diese die Angelegenheiten der Gesellschaft auf gerechte Art handhaben sollten.

So rief Mose (a.s.) den Pharao, der ein eigenwilliger, ungerechter Diktator war dazu auf, zurückzutreten und ihm die Führung der Gesellschaft zu überlassen, weil er Gerecht und Vertrauenswürdig ist. Der hl. Koran sagt darüber:

„Übergebt mir die Diener Allahs. Ich bin für euch ein vertrauenswürdiger Gesandter.“[1]

Heutige Gesellschaften haben komplizierte Ordnungen und basieren auf diversen Parteien. Diese Regierungen haben es nicht bewerkstelligen können, die Rechte aller Menschen zu beschützen. Und es wird ihnen auch nicht gelingen, solange man den Parteienfanatizismus nicht zur Seite legt und anfängt, das Wohl der Menschen vorzuziehen. Solange die Gesellschaft nicht als Prinzip in der Regierungsordnung beachtet wird, wird die Diskriminierung der Schichten und Rassen weiter bestehen, und Reichtum und Macht werden nicht gleichermaßen unter dem Volk verteilt. Die gesellschaftliche Gerechtigkeit wird natürlich nur dann in der Verwaltungsebene tatsächlich durchgesetzt, wenn diese Position von gerechten Experten besetzt worden ist. Aus diesem Grund nennt die erleuchtende islamische Religion die Gerechtigkeit als Haupteigenschaft eines Anführers, der die menschliche Gesellschaft anzuführen hat. Die islamischen Quellen sprechen immer von zweierlei Anführer, die Gerechten und die Ungerechten. Es wird z.B. vom hl. Propheten (s.) überliefert:

„Am Tage der Wiederauferstehung sind diejenigen Menschen am nächsten zu Gott und werden von ihm am meisten geliebt, die gerechte Imame und Anführer waren. Ungerechte Anführer hingegen werden von Gott am entferntesten sein und handeln sich großen Zorn ein.“[2]

Auch Imam Ali (a.s.) spricht von den Pflichten eines „gerechten Imams“, die folgende ist nur eine von vielen Überlieferungen, die davon handeln:

„Gott hat gerechten Anführern vorgeschrieben, wie die armen und bedürftigen zu leben, damit Armut und Bedürftigkeit nicht über sie siegt und sie in die Irre führt.“[3]

Der Edelmutige (a.s.) sagte auch:

„Ein gerechter Anführer für die Menschen und das Volk ist segenreicher als ein starker Regen.“

Studieren wir die Art des hl. Propheten (s.) und die des Ahlulbait (a.s.) können wir viele Beispiele gerechten Verhaltens der Edelmutigen sehen. Nach der Schlacht von Khaibar beschloss der hl. Prophet (s.), das erbeutete Reichtum unter den Muslimen zu verteilen. Der Edelmutige (s.) stellte sich neben ein Kamel, griff nach dem Fell über dem Höcker des Tieres, und sprach zum Volk: „Von all dem Erbeuteten steht mir nichts zu außer diesem Fell, und zwar nur das Khums davon, und selbst dieses Khums, welches mir zusteht, werde ich euch zurückgeben.“ So verteilte er die Reichtümer unter den Muslimen und schenkte selbst seinen eigenen Besitz denen, die neu zum Islam konvertiert waren.

Imam Ali (a.s.) betonte in seinen Anweisungen zu den Sachwaltern der islamischen Regierung stets, dass Gerechtigkeit aufrechtzuerhalten ist. In seinem Brief an Muhammad Ibn Abi Bakr, seinem Vertreter in Ägypten, schrieb er: „In all deinen Bewertungen und Urteilen sollst du gerecht sein. Genauigkeit und Gerechtigkeit dienen dem Zweck, dass die Schwächeren der Gesellschaft die Hoffnung auf deine Zuwendung nicht aufgeben; und damit die Hochmütigen keine Gier auf deine Unterdrückung und Ungerechtigkeit haben können.“

Der Edelmutige Imam (a.s.) betonte sehr, dass das Bayt ul Mal gleichsam unter dem Volk verteilt werden muss, und stellte sich entschlossen gegen Missbrauch des Baytulmals auf. Er schrieb die Angelegenheiten des Volkes immer die höchste Priorität zu und gab seinen Sachwaltern immer die Anweisung, dass sie bei den Angelegenheiten des Volkes niemals nachlässig sein sollten. Sie sollten bestimmte Uhrzeiten für diese Zwecke bestimmen, die Fragen des Volkes beantworten und sich bemühen, die Probleme der Menschen zu beseitigen.

Es ist ganz klar, dass viele Probleme der Menschen beseitigt werden können, wenn gerechte Menschen die Führung und Verwaltung übernehmen. Das Volk wird seinen Sachwaltern mehr vertrauen und ihre Verbindung aufrechterhalten, und dies ist eines der wichtigsten Dinge, auf die ein Beamter der Regierung achten muss.



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