Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42624
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:40:00 PM
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Islamkunde 46 – Islam und Gerechtigkeit 16 , gesellschaftliche Gerechtigkeit 7 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt der gesellschaftlichen Gerechtigkeit ist ein gerechtes Justizsystem. In einer islamischen Gesellschaft ist es niemandem erlaubt, andere zu unterdrücken und ungerecht zu behandeln. Sollte dies doch geschehen, ist das Justizsystem dazu verpflichtet, für Gerechtigkeit zu sorgen.

Dies ist eine der Botschaften des hl. Korans:

„und, wenn ihr zwischen den Menschen richtet, in Gerechtigkeit zu richten.“[1]

Die monotheistischen Propheten hatten es im Laufe der Geschichte zu ihrer Pflicht gemacht, ein gerechtes Justizsystem zu halten und durchzusetzen. So spricht Gott der Erhabene den Propheten David (a.s.) an, und sagt:

„O Dawud, Wir haben dich zu einem Statthalter auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend“[2]

Aus islamischer Sicht soll die juristische Sicherheit jedem Bürger, auch den Minderheiten zuteilwerden. Zur Lebzeiten des hl. Propheten (s.) wurde einst das Haus eines Muslims ausgeraubt. Es wurden zwei Verdächtige verhaftet und zum Edelmutigen (s.) gebracht, dass er richtet. Einer war Jude, der andere Muslim. Dies besorgte die Muslime, denn wenn sich der Muslim als Dieb entpuppt, würde dies dem Ruf der Muslime schaden. So gingen sie zum hl. Propheten (s.)  und sagten: „Unser Ruf steht auf dem Spiel, wenn der Muslim schuldig ist.“ Sie baten den Edelmutigen (s.), den Schuldigen in diesem Fall freizusprechen. Der hl. Prophet (s.) antwortete auf diesen unlogischen Wunsch: „Was unserem Ruf schadet ist ein ungerechtes Urteil. Frühere Auseinandersetzungen haben in einem heutigen Rechtsstreit nichts zu suchen.“ Nach einem Verhör wurde dann – dem Wunsch der Muslime zu Trotz – der jüdische Verdächtige freigesprochen, und wahre Gerechtigkeit wurde durchgesetzt.

Es wird von Imam Ali (a.s.) überliefert, dass er einen solchen Wert auf ein gerechtes Urteil legte, dass er zum Symbol der Gerechtigkeitsliebe wurde, und dass ihm dies auch die christlichen Wissenschaftler zugestanden. George Jordac schrieb ein Buch namens „Die Stimme der menschlichen Gerechtigkeit“. Es wird allen Muslimen und  Christen empfohlen, dieses Buch zu lesen.

Der Edelmutige (s.) übernahm die Klagen während seiner Zeit als Kalif persönlich, damit im Rechtsstreit so genau wie möglich geurteilt wird.

An einem sehr heißen Tag betrat Imam Ali (a.s.) das Regierungsgebäude, wo er eine Frau auffand, die vor der Tür stand. Als sie den Edelmutigen (s.) sah, sprach sie: „Ich habe eine Klage. Mein Ehemann hat mir Unrecht getan und mich aus dem Haus verjagt. Sollte ich dorthin zurückkehren, wird er mich schlagen. Nun bin ich hier, damit Ihr richtet und mir helft.“ Der Edelmutige sagte (s.): „Jetzt ist es sehr heiß, warte kurz, bis das Wetter besser wird, dann werde ich selber kommen und dein Problem lösen.“ Die Frau erwiderte: „Aber wenn es zu lange dauert, fürchte ich, dass er nur noch zorniger wird und mich mehr schikaniert.“ Darauf sprach der Edelmutige (s.) zu sich selbst: „Bei Gott, man darf nicht damit warten, das Recht eines Unterdrückten einzuholen.“ Er begleitete die Frau zu ihrem Haus und rief den Mann. Dieser trat heraus, erkannte den Edelmutigen (s.) nicht und sagte auf seinen Ratschlag:

„Es geht dich nichts an, ob ich meine Frau gut oder schlecht behandle. Ja! Ich habe ihr Gewalt angedroht, aber nun, wo du sie auch noch verteidigst, werde ich sie lebendig verbrennen!“

Imam Ali (a.s.) erzürnte über die Dreistigkeit des Mannes und sagte: „Ich gebe dir Ratschläge und das ist deine Antwort. Denkst du denn, dass diese Welt so ungeregelt ist?“

Die Nachbarn und Passanten hatten die erhobene Stimme des Edelmutigen (s.) gehört und sich versammelt. Jeder einzelne zeigte dem Edelmutigen (s.) großen Respekt und sagte: „Friede mit Euch, O Herr der Gläubigen!“

Der eingebildete Junge, der erst dann erfahren hatte, mit wem er es zu tun hat, fing an, den Edelmutigen (s.) anzuflehen und versprach, seine Frau gut zu behandeln.

Imam Ali (a.s.) wandte sich zur Frau: „Geh nun nach Hause. Doch auch du sollst aufpassen und dich nicht so verhalten, dass er so darauf reagieren muss.“

Juristische Gerechtigkeit bedeutet, das Recht eines jeden Unterdrückten, Schwachen oder Bedürftigen zu verteidigen und durch diese Gerechtigkeit bleibt kein Platz für die Unterdrücker im Islam. Die Unterdrückten verfügen dann über vollständige Sicherheit und wissen, dass sie zu ihrem Recht kommen, wenn sie zu einem gerechten Richter gehen. Die Sachwalter einer islamischen Ordnung müssen der Gerechtigkeit mit Entschlossenheit nachgehen und zwar so, dass die Schwachen niemals schlecht behandelt oder unterdrückt werden. Verbrecher werden im Islam gleich behandelt, ganz gleich welche Herkunft sie haben. Dieser Aspekt der Gerechtigkeit führ zu mehr Sicherheit für die Bürger eines Staates, wenn sich auch alle an die Gesetze halten.



[1] 4:58

[2] 38:26


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