Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42632
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:54:00 PM
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Islamkunde 54 – Islam und Freiheit 5 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Wenn der Mensch vorhat, das wahre Leben zu erlangen, muss er zunächst erfahren, was die wahre Freiheit ist. Auch die anderen Lebewesen dieser Welt sehen das Geheimnis ihrer Entfaltung in der Freiheit. Die Pflanze, die wächst und aufblüht, der Vogel der dem Käfig entkommt, der Fisch der seinen Weg in den Ozean findet oder ein gebundenes Tier, das freibricht, und der eingesperrte Mensch, der befreit wird, alle fühlen sie sich auf ihre Art frei.

Ganz klar gehört die Freiheit zu den natürlichen Bedürfnissen der Menschheit, und er hat dieses Bedürfnis von Anfang seiner Schöpfung an sehr gut verstanden. Doch leider wurde auch das Thema der Freiheit instrumentalisiert und missbraucht, vor allem im Mittelalter, und anhand der Propaganda, die nach der Renaissance stattfand, entstand die Vorstellung, dass die Freiheit zu den menschlichen Erfindungen gehört. Wenn wir uns aber die Grundlage und Essenz der Religionen ansehen, merken wir, dass sie alle besagen, dass die Propheten von Gott dem Erhabenen ausgewählt wurden, um die Menschheit von den Ketten der Gefangenschaft zu befreien und um ihr das Wachstum, den Fortschritt und die Vervollkommnung zu ermöglichen.

Mit den neugewonnenen Kenntnissen der Menschheit hat sich in den vergangenen Jahrhunderten das Problem ergeben, dass der Mensch selbst in die Bedeutung der Freiheit eingegriffen hat und dieses Wort in etwas kompliziertes und unklares verwandelt hat.

Es ist daher wieder notwendig, dass man sich mit der wahren Bedeutung dieser Wörter befasst und sie etwas tiefgehender studiert.

In den vergangenen Ansprachen sagten wir, dass die Unterschiede zwischen der Qur’anischen Freiheit und der „liberalen“ Freiheit zunächst in der Vorstellung davon liegen und sich auch in den Fällen unterscheiden.

In der Qur’anischen Kultur, gewinnt man die äußere Freiheit durch die innere und spirituelle Freiheit. Der Mensch muss als das erkennen, was sein Wachstum und seine Vervollkommnung verhindert und es zu bekämpfen. Diese Hindernisse könnten aber sowohl im Inneren liegen als auch im Äußeren. In der liberalen Kultur aber, sind nur äußere Hindernisse definiert worden, die den Menschen zurückhalten und von innen scheint es keine Hindernisse zu geben. Was immer der Mensch also will und wonach auch immer seine Triebseele verlangt, er ist frei, es zu tun, allerdings solange er niemand anderen dabei beeinträchtigt.

Ob diese Sichtweise richtig ist hängt davon ab, ob der Mensch ein eindimensionales, materielles Wesen ist oder ein mehrdimensionales. Im ersten Fall sieht der Mensch die Freiheit nur darin, dass er all seine Wünsche erfüllen kann und an nichts gebunden ist. Die Grenzen werden da gesetzt, wo er die Freiheit und das Wohlbefinden der anderen Menschen beeinträchtigt.

Doch in der Qur’anischen Kultur besteht die Existenz aus viel mehr als nur der materiellen Welt. Der Mensch und seine Freiheiten sind hier anders definiert worden. Die Freiheit hat hier mit der Essenz der menschlichen Seele, und der Vervollkommnung der selbigen zu tun und nicht mit der Freiheit seiner Neigungen und seiner unzähligen Verlangen. In dieser Sichtweise muss sich jeder Mensch bemühen, sich durch Geistesläuterung von der hemmungslosen Triebseele zu befreien, damit er das Ziel seiner Schöpfung, nämlich die Nähe zu Gott erlangen kann. Die Freiheit hat hier auch mit einem weiteren Aspekt des menschlichen Lebens zu tun, nämlich der Vernunft, und sie hat auch damit zu tun, dass der Mensch kein Gefangener seiner Triebseele sein soll. Die wichtigste Lehre der monotheistischen Propheten (s.) war daher jene, dass der Mensch sich sowohl von der Herrschaft eines ungerechten Herrschers zu befreien hat als auch von der Gefangenschaft durch seine vielen Verlangen, damit er die Glückseligkeit erlangen kann.

Auch der Qur’anvers: „Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (, der da predigte): "Dient Allah und meidet die Götzen“ wird hiervon gesprochen. Götzen sind hier jene, die unbändig sind und ihre Grenzen überschreiten. Im Allgemeinen wird alles, was diese Charakteristiken aufweist, Götze genannt. Der Teufel, der Ungläubige, und auch das eigene Verlangen. Es wurde auch überliefert dass alle Dinge als Götzen zu sehen sind, die den Menschen irrleiten. Die Götzen in der Umgebung der Menschen zählen zu den äußeren Hindernissen, die ihre Freiheit beschränken. Wie man merkt, besagt dieser hl. Qur’anvers ganz klar, dass die Bedeutung der Freiheit im Qur’an, in der Befreiung von Unterdrückern und von jenen, die den Menschen irrleiten verborgen ist.


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