Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42636
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 7:04:00 PM
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Islamkunde 58 – Islam und Freiheit 9 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Die Gesetze, Anweisungen und Pläne des Heiligen Koran und der islamischen Lehre betreffen sowohl das Interesse und Wohl des Einzelnen als auch der Gesellschaft.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Die Gesetze, Anweisungen und Pläne des Heiligen Koran und der islamischen Lehre betreffen sowohl das Interesse und Wohl des Einzelnen als auch der Gesellschaft. Wenn wir uns auf den Heiligen Koran beziehen, dann sehen wir, dass er zahlreiche Anweisungen für den menschlichen Fortschritt beinhaltet.

Auf der anderen Seite gibt es klare Anweisungen – in Form von Geboten und Verboten – die all das verbieten, was Unheil bringt. Die liberale Denkweise, die besagt, dass der Mensch alles tun darf solange er seinen Mitmenschen nicht schadet, ist falsch. Der Mensch darf auch nicht Handlungen begehen, die ihm selbst schaden.

Im Islam ist erlaubt, was im Sinne der Vervollkommnung und Glückseligkeit des Menschen ist. Alles was nicht im Sinne der menschlichen Vervollkommnung und Glückseligkeit ist, ist verboten. Der Islam erlaubt dem Gläubigen nicht, jeden Wunsch so zu erfüllen wie ihm beliebt. Der Märtyrer Ayatollah Morteza Motahari sagte: „Nicht nur die Freiheiten und Rechte der Anderen, sondern auch das höhere Wohl eines Menschen selbst schränken seine Freiheit ein.“[1]

Der Heilige Koran befürwortet nicht jede Entscheidung, die der Mensch trifft. Er lässt nur das zu, was im Sinne des menschlichen Interesses ist:

„Wenn immer Gottes Gesandte zu euch mit Botschaften kamen, die euch nicht gefielen, wurdet ihr so von Hochmut gepackt, dass ihr einige für Lügner hieltet und andere ums Leben brachtet.“[2]

Dieser Vers besagt, dass der Gläubige den göttlichen Anweisungen gegenüber gehorsam sein muss, selbst wenn er mit einer Anweisung nicht einverstanden ist. Er darf den göttlichen Anweisungen gegenüber nicht hochmütig sein.

Gute und wahrhaftig freie Menschen fühlen sich auch ihrer Gesellschaft gegenüber verantwortlich und rufen andere zum Guten auf und missbilligen das Verwerfliche. Diese Menschen sind laut dem Heiligen Koran das beste Volk. Ihr Pflicht- und Verantwortungsgefühl bewegt sie dazu, sowohl ihren individuellen als auch ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. Der Koran sagt:

„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die unter den Menschen hervorgebracht worden ist, sofern ihr das Rechtmäßige gebietet, das Unrechtmäßige untersagt und an Gott glaubt.“[3]

Der Heilige Koran legt großen Wert darauf, dass die Menschen rechtgeleitet werden. Die menschlichen Neigungen sollen sich im Sinne seiner eigener Vervollkommnung und Glückseligkeit entfalten. Die Freiheit dient dazu, dem Menschen zu ermöglichen seine Talente zu entwickeln. Freiheit bedeutet nicht, dass der Mensch alles tun und lassen kann.

Nicht einmal Tiere übertreiben es mit ihren Instinkten und Bedürfnissen. Auch sie halten sich an gewisse Grenzen. Der Mensch, der im Vergleich zu den Tieren, über einen Verstand verfügt und in der Lage ist rational zu denken, muss sich darum bemühen seine Triebe zu kontrollieren. 



[1] Sexualität und Moral im Islam und im Westen, S. 31

[2] 2:87

[3] 3:110


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