Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42637
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 7:05:00 PM
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Islamkunde 59 – Islam und Freiheit 10 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg

In den vergangenen Ansprachen wurde erwähnt, dass der Heilige Koran sowohl die äußere als auch die innere Freiheit beachtet. Eines der wichtigsten Kriterien für die Freiheit aus islamischer Sicht ist es, die Wahrheit in allen Arten der Freiheit miteinzubeziehen.

 

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

In den vergangenen Ansprachen wurde erwähnt, dass der Heilige Koran sowohl die äußere als auch die innere Freiheit beachtet. Eines der wichtigsten Kriterien für die Freiheit aus islamischer Sicht ist es, die Wahrheit in allen Arten der Freiheit miteinzubeziehen.

Damit der Mensch innere Freiheit erlangt, muss er die Wahrheit lieben und damit er die äußere Freiheit erreicht, muss er entsprechend handeln. Die innere Freiheit ist wahrheitsliebend, wenn sie den Menschen zur Vervollkommnung führt, ihn vor dem Verlangen der Triebseele beschützt und ihn von der Knechtschaft von ihr befreit.

Die Wahrheitsliebe und entsprechendes Handeln sind auch für die äußere Freiheit von Bedeutung, denn der Koran bezeichnet das als äußere Freiheit, was den Menschen von dem befreit, was ihn in die Irre führt. Hier wird ein großer Unterschied zwischen dem liberalen und dem koranischen Bild der Freiheit klar: die liberale Denkschule legt auf jede Freiheit wert, auch auf die, die den Menschen von den Werten und Wahrheiten distanziert. Doch der Islam lehnt alles ab, was die Vervollkommnung und den Fortschritt der Menschen verhindert und gibt dem Menschen die Anweisung, es zu meiden:

„(…)und folge nicht ihren Launen, die dich von der offenbarten Wahrheit abbringen würden!“

[1]

Die Freiheit ist laut dem Koran nur dann wertvoll, wenn sie sich nach der Wahrheit richtet. Sie soll den Menschen nicht einfach den Verlangen seiner Triebseele nachgehen lassen. Der Koran sagt:

„(…) Außer der Wahrheit gibt es nur Irrtum.“

[2]

In diesem Vers wird klar, warum der Koran die Wahrheit betont. Jemand, der nicht die Wahrheit sucht, hat keine Wahl außer Irrtum.

In einem anderen Vers bezeichnet Gott die Freiheit, als die Basis und Achse der göttlichen Anweisungen:

„(…)Die Entscheidung liegt nur bei Allah. Er legt die Wahrheit dar, und Er ist der beste Richter.“

[3]

Laut diesem Vers kann ein Gesetz nur dann den Menschen einschränken, wenn es basierend auf der Wahrheit entworfen worden ist und es wird so betont, den göttlichen Anweisungen Folge zu leisten, weil sie auf der Wahrheit basieren. Der Mensch muss demnach die Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen, nutzen um die Wahrheit zu finden. Auch alle göttlichen Gaben stehen ihm hierzu zur Verfügung, damit er den Pfad der Wahrheit beschreiten und sich vom Irrtum entfernen kann.

Zu diesen Gaben gehört der Verstand, der dem Menschen gegeben wurde und den er zu nutzen hat, um sein höheres Ziel zu erreichen. Der Mensch soll seinen Verstand nicht dafür einsetzen, seinen Wünschen und seinem Verlangen nachzugehen. So betont der Islam die Tatsache, dass man den Verstand nutzen soll, um zwischen dem Schönen und dem Hässlichen zu unterscheiden. Der Mensch soll seinen Verstand nicht zum Gefangenen seiner Triebseele werden lassen, sondern ihn einsetzen, um seine wahren Ziele zu erkennen. Imam Ali (Friede sei mit ihm) sagt:

„Vieler Verstand wurde zum Gefangenen ihrer Triebseele und ihrem Verlangen“

[4]

Der Edelmutige (Friede sei mit ihm) sagt auch, dass sich Verstand und Wollust nicht vertragen[5], deswegen ruft der Koran den Menschen auch an so vielen Stellen dazu auf, zu denken: „Wollt ihr denn nicht begreifen?“[6] Der Koran sagt, dass der menschliche Intellekt seinem Wachstum und seiner Erlösung dienen soll und kündigt daher an, was die Bewohner der Hölle sagen werden:

Sie werden sprechen: „Hätten wir nur zugehört oder Verstand gehabt, wir wären nicht unter den Bewohnern des flammenden Feuers gewesen.“

[7]

Aus der Sicht des Koran ist es wichtig, dass der Mensch all seine Kapazitäten und Fähigkeiten einsetzt, um diese Art der Freiheit zu erlangen.



[1] 5:48

[2] 10:32

[3] 6:57

[4] Ghurar-ul-Hikam

[5] Ebd.

[6] 28:60

[7] 67:10


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