Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42679
Datum der Veröffentlichung : 1/16/2014 8:39:00 PM
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Islamkunde 70 - Islam und Freiheit 21amischen Zentrums Hamburg

Die Redefreiheit zählt zu den gesellschaftlichen Freiheiten. Sie fördert den Austausch von Gedanken und führt zu Fortschritt und mehr Zusammenarbeit.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

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Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Die Redefreiheit zählt zu den gesellschaftlichen Freiheiten. Sie fördert den Austausch von Gedanken und führt zu Fortschritt und mehr Zusammenarbeit. In einer Überlieferung von Imam Dschafar as-Sadiq (a.s.) heißt es, dass das Wort „Bayan“ einer der größten Namen Gottes ist, und dass Adam (a.s.) dadurch alles gelernt hat, was er wusste, weil er Gott erkannt hat.
Sich auszudrücken zu können ist laut Islam ein klares Recht der Menschen, und gar eine Pflicht und Verantwortung. Wenn jemand sich zur Erläuterung wissenschaftlicher und religiöser Dinge äußern kann, hat er diese Gabe zu nutzen und sein Wissen anderen zur Verfügung zu stellen, um sie vor Unwissenheit und Ignoranz zu retten. Da der Missbrauch religiöser und wissenschaftlicher Erkenntnisse großen Schaden in der Gesellschaft anrichten können. Daraus gehen wiederum Spaltungen, Konflikte und Streitigkeiten hervor.
Im Heilige Qur’an lesen wir: „Er ist der Gnadenreiche, der den Qur’an gelehrt hat. Hat den Koran gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen und hat ihm das deutliche Reden beigebracht.“ (55:1-4) Und in einem anderen Vers heißt es: „Die allem zuhören, was gesagt wird und nur dem Besten folgen, das zu Gott führt. Das sind die von Gott Rechtgeleiteten, und sie sind es, die Verstand haben.“ (39:18)
Die Menschen müssen ihre Ansichten und Überzeugungen frei äußern können damit anderen die Gelegenheit gegeben wird, die verschiedenen Denkweisen kennen zu lernen und die beste Ansicht davon auszuwählen. Der Qur’an befürwortet das Thematisieren und die Analyse jeder Denkweise und Überzeugung. Imam Ali (a.s.) sagte, dass verschiedene Meinungen und Sichtweisen geäußert und dann miteinander verglichen werden müssen, bevor das, was der Wahrheit entspricht, ausgewählt werden kann. Er sagte auch: „Erkenne die Persönlichkeiten und stelle sie nebeneinander. Wähle dann unter ihnen jene, die der Wahrheit näher und dem Zweifel ferner sind.“ (Wasail-ul-Shia, Bd. 8, S. 429; Man la Yahzarahu al-faqih, Bd. 4, S. 388, Überlieferung Nr. 5834)
Warum besteht der Islam auf die freie Meinungsäußerung? Das ist ganz einfach: Eine Denkschule, die sich ihrer Sichtweise ganz sicher ist, lässt auch zu, dass andere Sichtweisen thematisiert werden. Der Islam ist eine Religion der Logik und des Dialogs, und betont deswegen die freie Meinungsäußerung. Der Heilige Qur‘an betont: „Bringt her euren Beweis, so ihr die Wahrheit sagt.“ (27:64)Gott, der Erhabene, spricht auch die Art und Weise an, auf die man mit anderen in den Dialog zu treten hat: „Debattiert mit den Schriftbesitzern nur auf die beste, weiseste Art, es sei denn, es geht um die Ungerechten unter ihnen.“ (29:46)
Es wird von Imam Ali (a.s.) überliefert: „Wisset, dass klug derjenige ist, der die Meinungen und Gedanken anderer willkommen heißt, und die Konsequenzen jedes Gedankengangs in Erwägung zieht.“ (Ghurar-ul-Hikam, Bd. 2, S. 337) Es muss erwähnt werden, dass der Islam die freie Meinungsäußerung nicht nur dann betont, wenn es um Überzeugungen und Denkweisen geht, sondern auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebenen gutheißt, weil dadurch die Menschen sich mit verschiedenen Ansichten befassen können.


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