Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 43775
Datum der Veröffentlichung : 1/29/2014 6:29:00 PM
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Islamkunde, Teil 100 – Islam und Frieden und Sicherheit (7)

 

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

 

Die Thematik der vergangenen Sitzungen handelte über die unterschiedlichen Arten der Sicherheit. In dieser Predigt werden wir einige weitere Arten der Analyse unterziehen.

Die religiöse Sicherheit: Es wurde bewiesen, dass der Mensch natürliche und innere Bedürfnisse hat, die in jedem Menschen verankert sind. Obwohl es bei einigen Menschen möglich ist, dass sie durch die Anbindung ihres Herzens an weltlichen Angelegenheiten, Staub auf diese göttlichen und reinen Bedürfnisse gelegt haben, existieren diese dennoch, welches besonders zum Vorschein tritt, wenn Menschen in Zeiten schwerer Not von weltlichen Hilfen und Mitteln in Hoffnungslosigkeit geraten.

In jedem Fall existieren diese Bedürfnisse und die sind im Besitz verschiedener Arten, darunter das Bedürfnis nach Tugendhaftigkeit oder nach dem Gottesdienst. Allerdings ist dieses Problem im Laufe der Geschichte leider stets mit dem Menschen gewesen, dass viele aufgrund der Anbetung von ungültigen Angelegenheiten auf einem abweichenden Pfad gelangt sind. Es ist wichtig festzuhalten, dass trotz der Existenz eines solchen heiligen Bedürfnisses, die Menschen keineswegs zur Wahl einer Religion gezwungen sind. Den Menschen wurde das Recht gegeben durch ihren freien Willen dem zu folgen, welches sie für sich gewählt haben. Der Islam erlaubt nicht, dass jemand aufgrund seiner Überzeugung angegriffen wird. Die Bedeutung der religiösen Sicherheit ist von derartiger Tragweite, dass sie von allen menschlichen Gesellschaften anerkannt worden ist. So steht im 18. Paragraph der allgemeinen Erkärung der Menschenrechte:

„Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.“

Auch im 4. Artikel des deutschen Grundgesetzes, dem 01. Zusatzartikel zur Verfassung der USA von 1791 n.Chr. und dem 10. Paragraph der französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 n.Chr. wurden die Freiheiten derart festgeschrieben, auch wenn in diesen Erklärungen die Religion aus der Perspektive der freien Willensbildung geehrt wird und nicht aufgrund dessen, dass die Religion zu den Unbedingtheiten des gedanklichen Lebens des Menschen gehört. Allerdings ist es wertvoll, dass überall die religiöse Sicherheit geehrt wird, doch da die Themen, die hier besprochen werden, stärker die islamische Sicht behandeln, widmen wir uns in dieser Sitzung nun der islamischen Betrachtung der religiösen Sicherheit.

Der Islam als eine allgemeine Religion unterstreicht strengstens den Punkt, dass der Mensch von seinem Wesen her ein selbstbestimmendes Geschöpf ist und in Freiheit erschaffen wurde. Der Qur’an sagt hierzu:

 

قُلْ فَلِلَّهِ الْحُجَّةُ الْبالِغَةُ فَلَوْ شاءَ لَهَداكُمْ أَجْمَعين

„Sprich: „Allah hat den überzeugenden Beweis. Hätte Er es gewollt, so hätte Er euch alle rechtgeleitet.““[1]

Aber so ist es nicht. So hat Gott die Kraft zur Erledigung jeder Aufgabe dem Menschen angelegt und erklärt in einem anderen Vers:

 

وَ لَوْ شاءَ رَبُّكَ لَآمَنَ مَنْ فِي الْأَرْضِ كُلُّهُمْ جَميعاً أَ فَأَنْتَ تُكْرِهُ النَّاسَ حَتَّى يَكُونُوا مُؤْمِنين

„Und hätte dein Herr es gewollt, so hätten alle, die insgesamt auf der Erde sind, geglaubt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, Gläubige zu werden?“[2]

 

Es ist äußert klar, dass die Überzeugung eine Angelegenheit des Herzens und des Willens ist, wo kein Platz für Zwang und Nötigung besteht. Aus diesem Grund stellt alles, was dem Menschen eine Hilfe zur Auswahl einer Überzeugung leistet, einen Vorzug für ihn dar, u.a.: Der Intellekt[3], die natürliche Veranlagung[4] oder die Rechtleitung durch Propheten und heilige Bücher[5]. Auch zählt zu den Versen, über die viele Diskussionen bestehen folgender Vers:

 

لا إِكْراهَ فِي الدِّين

„Es gibt keinen Zwang in der Religion“[6]

 

Die islamischen Denker sind der Auffassung, dass der Zwang im Hinblick auf die Überzeugungen, die eine Angelegenheit des Herzens darstellen, ungültig ist.[7]

Die Nötigung in der Überzeugung ist aus islamischer Sicht verboten und vielleicht ist mit   لا تجسّسوا

„Spioniert nicht“[8]

gemeint, dass es als Ergebnis dem Menschen die Freiheit zur Wahl einer Überzeugung gemäß dem eigenen Willen gibt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass jemand die Heiligkeiten anderer schmähen darf, sollte er seine Überzeugung wechseln, da derartiges zur Schädigung der öffentlichen Moral und den Überzeugungen einer Gesellschaft führt. Hierbei gibt es überall auf der Welt entsprechende Gesetze und der Islam hat in diesem Bereich genaue Gebote, die an ihrer Stelle diskuttiert und analysiert werden müssen.



[1] Heiliger Qur’an, 7/149

[2] Heiliger Qur’an, 10/99

[3] Heiliger Qur’an, 2/73 – 30/24 – 67/23

[4] Heiliger Qur’an, 30/30

[5] Heiliger Qur’an, 76/3

[6] Heiliger Qur’an, 2/256

[7] Allameh Tabatabai, Al-Mizan, B.2, S.344

[8] Heiliger Qur’an, 49/12


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