Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 46477
Datum der Veröffentlichung : 2/22/2014 12:18:00 PM
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Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg

Islamkunde, Teil 103 – Islam und Frieden und Sicherheit (10)

Es muss stets auf den Aspekt hingewiesen werden, dass keine der abrahamitischen Religionen ihre Anhänger dazu aufgefordert haben Krieg zu schüren oder Leid zu verursachen. Im Gegenteil, so gehören der Frieden, die Ruhe, Entspannung und Sicherheit zu den wichtigsten Lehren im gesellschaftlichen Leben der Menschen, worauf alle ihre Aufmerksamkeit richten müssen.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Nach der Bekanntschaft mit den Arten der Sicherheit ist es angemessen sich den Faktoren zu widmen, die diese bedrohen.

Polititische Faktoren, die die Sicherheit gefährden:

Es ist erforderlich daran zu erinnern, dass die heutige menschlische Gesellschaft mehr denn je sich auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen konzentrieren muss, damit die Menschen durch die religiösen Lehren und den göttlichen Propheten nebeneinander in Frieden leben können und einander respektieren. Allerdings sehen einige diese Annäherung zwischen den Anhängern der Religionen und Rechtsschulen zu ihrem Nachteil an und sind stets bestrebt Konflikte zu schüren. Hier müssen die religiösen Wissenschaftler, Führer und Lehrer durch den Dialog versuchen die Beziehungen zwischen den Anhängern der Religionen zu stärken. Die Feinde dieser Annäherung haben mit den göttlichen Religionen an sich kein Problem, sie sind einzig danach bestrebt wieder die Flamme des Konfliktes unter den Anhängern der Religionen zu schüren und sind in Wahrheit gegen eine religiöse Herrschaft. So sagt der heilige Qur’an:

 

و لا یزالون یقاتلوکم حتی یردّوکم عن دینکم ان استطاعوا[1]

 

Dieser heilige Vers verdeutlicht sehr gut den Punkt, dass die Feindschaft der Unterdrücker und Feinde der Religion als eine Strategie von ihnen vorgestellt wird, wodurch sie bestrebt sind jedwede Art des Friedens zwischen den Menschen für unmöglich darzustellen. Man muss stets vor den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Angriffen auf der Hut sein, sodass sie ihren Plan der Konfliktschürung nicht realisieren können.

Es muss stets auf den Aspekt hingewiesen werden, dass keine der abrahamitischen Religionen ihre Anhänger dazu aufgefordert haben Krieg zu schüren oder Leid zu verursachen. Im Gegenteil, so gehören der Frieden, die Ruhe, Entspannung und Sicherheit zu den wichtigsten Lehren im gesellschaftlichen Leben der Menschen, worauf alle ihre Aufmerksamkeit richten müssen. Doch sind leider einige durch Machtgier und Geldhunger danach bestrebt schwache Gesellschaften unter ihrer Kontrolle zu bringen und ohne Zweifel kann man dadurch eine Gesellschaft nicht zur Sicherheit und Ruhe führen. Das Recht aller Völker und Menschen müssen im internationalen System respektiert und beachtet werden. Aus diesem Blickwinkel müssen die internationalen Organisationen ihre wichtigste Aufgabe darin sehen für die Verteidigung der Rechte der Menschen und Völker einzustehen. Speziell trifft dies auf schwache Gesellschaften hin. Sie müssen Konflikte vorbeugen und die Sicherheit und Ruhe in allen Gesellschaften wieder zurückführen und die Rechte eines Volkes in der Bestimmung des Schicksals ihres Landes respektieren. Mächte, die bestrebt sind andere Nationen unter ihre Kontrolle zu bringen müssen in ihrem Vorhaben gestoppt werden, damit sie die menschliche Gesellschaft nicht mit Unsicherheit und Unruhe konfrontieren.

Der heilige Qur’an bekräftigt stets den Punkt, dass man nicht aus dem Grundsatz der Gerechtigkeit treten darf. Jeder Kontakt zwischen zwei Menschen muss im Rahmen der Gerechtigkeit erfolgen:

 

یا ایها الّذین آمنوا کونوا قوّامین لله شهداء بالقسط و لا یجرمنکم شنأن قوم علی ان لا تعدلوا اعدلوا هو اقرب للتقوی واتقوا الله ان الله خبیر بما تعملون[2]

 

Aus diesem heiligen Vers erschließt sich eindeutig, dass das auf Gerechtigkeit fußende Verhalten niemals beigelegt werden darf, auch nicht zwischen Gruppen, die miteinander Probleme haben. Nicht zu sprechen von dem Vers, in der der erhabene Gott auf die Wichtigkeit hinweist, dass man im Krieg den um Sicherheit und Zuflucht Bittenden diese gewähren und Sicherheit und Frieden schaffen soll:

 

و ان احد من المشرکین استجارک فاجره حتی یسمع کلام الله ثم ابلغه ما منه ذلک بانهم قوم لا یعلمون[3]

 

Dieser Punkt ist beachtenswert, dass in der Frühzeit des Islam viele der Götzenanbeter ihre Feindschaft offen zu Tage treten ließen und mit dem Krieg begannen. Die Muslime haben sich nur verteidigt. Doch zugleich wurde den Muslimen befohlen auf Basis der Gerechtigkeit zu handeln und dies trifft auf alle Befolger der abrahamitischen Religionen zu. Sie sollen die Menschen zum Frieden und Freundschaft füreinander einladen und sich von Kriegen fernhalten, denn keineswegs darf man die Gesellschaft zu Derartigem einladen.

Wirtschaftliche Faktoren, die die Sicherheit bedrohen

Genauso wie politische Unruhen in der menschlichen Gesellschaft ein Faktor für die Bedrohung der Sicherheit sein können, können auch wirtschaftliche Faktoren eine Bedrohung darstellen. Wenn das Vermögen nicht auf gerechte Art und Weise zwischen den Menschen verteilt wird, wird es für zahlreiche Probleme in der Gesellschaft sorgen und zahlreiche Probleme in den zwischenmenschlichen Beziehungen hervorrufen. Der heilige Qur’an verdeutlicht den Punkt, dass die Segen und Vermögen in den Händen der Menschen von allen genutzt werden müssen, damit die Menschen durch die Nutzung dieser Segen die Fähigkeit zur Begehung von rechtschaffenen Taten haben. Hierbei sagt er:

 

یا ایها الرّسل کلوا من الطیبات واعملوا صالحاٌ انی بما تعملون علیم[4]

 

Aus diesem gnädigen Vers erhält man, dass der Mensch durch die Nutzung von reinem Geld rechtschaffene Taten begehen kann. Was aus qur’anischer Sicht aus dem wirtschaftlichen Bereich zu den Bedrohungen für die Sicherheit gezählt werden kann, lässt sich wie folgt aufzählen:

  1. Die Armut, welches der wichtigste Faktor ist. Sollte es in einer Gesellschaft Armut geben, so verbeiten sich Diebstahl, Betrug, Lüge etc., die allesamt Unsicherheit und Unruhe hervorrufen
  2. Das falsche Verständnis von der Askese. Einge verstehen das Asketentum als Mittellosigkeit, wohingegen Askese bedeutet, dass man nicht abhängig ist und sein Herz frei von weltlichen, materiellen Gütern hat. Diese falsche Sichtweise führt dazu, dass einige sich nicht aufmachen, um sich anzustrengen und zu arbeiten, welches die Faulheit in der Gesellschaft fördert. Und so haben wir in den Überlieferungen an zahlreichen Stellen, dass die Menschen zur Arbeit, Anstrengung und dem Handel aufgefordert werden, um die Armut und Mittellosigkeit zu bekämpfen.[5]
  3. In den Überlieferungen haben wir, dass eines Tages ein Mann zum Propheten (s.) kam und sagte: „Seit zwei Tagen habe ich nichts gegessen.“ Ohne dass seine Heiligkeit ihm Geld gab, befahl er ihm zum Bazar zu gehen und sein tägliches Brot zu verdienen.[6]


[1] Heiliger Qur’an, 2:217

[2] Heiliger Qur’an, 5:8

[3] Heiliger Qur’an, Tauba:6

[4] Heiliger Qur’an, Mumenun:51

[5] . ر.ک: تهذیب الاحکام، ج 6، کتاب المکاسب و المعایش، ص 369 ـ378

[6] Safinatul Bahar, B.1, S. 584


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