Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 57045
Datum der Veröffentlichung : 8/8/2014 6:28:54 PM
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Islamkunde, Teil 123 – Islam und Scharia (Teil: 17)

Im Islam steht hinter jedem Gebot ein Nutzen für den Menschen, selbst wenn in einer Situation zwei Gebote miteinander konkurieren sollten, folgt man dem mit dem größeren Nutzen.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Zu den Thematiken, die in der religionsrechtlichen Wissenschaft untersucht wird, ist die Angelegenheit der Existenz eines Nutzens in den göttlichen Geboten. Denn wenn die göttlichen Gebote nicht den wirklichen Nutzen und Schaden ihrer Befolger erkenntlich machten und eine entsprechende Handlung verlangten, so würde dies bedeuten, dass der erhabene Gott ohne einen besonderen Grund und einen logischen Beweis Gebote aufgesetzt hätte, welches aber mit der Weisheit und dem grenzenlosen Wissen Gottes im Widerspruch stünde. Aus diesem Grund untersteichen die islamischen Gelehrten und Meinungsführer, dass die göttlichen Gebote aus Basis des Nutzens und Schadens des Menschen aufgesetzt wurden.

Allerdings ist es äußerst klar, dass Gott, der alle Möglichkeiten des Wachstums für den Menschen bereitgestellt hat und zu ihrer Rechtleitung zahlreiche Propheten geschickt und himmlische Bücher offenbart hat, aufgrund der Liebe, die Er gegenüber seinen Geschöpfen empfindet, ihren Nutzen im Sinn hat. Auf Basis dessen ist es Sein Wille den Menschen durch das Aufzeigen der richtigen Art zu Leben zum eigentlichen Zweck ihrer Erschaffung zu bringen, sodass sie durch die Nutzung ihrer Begabungen und Kapazitäten vervollkommnen mögen.

Ohne Zweifel sind alle diese Möglichkeiten im Leben und der Scharia, die vom weisen Gott für einen logischen Zweck und einem klaren Ziel gegeben worden. Alles, was aufgesetzt wurde, wurde auf Basis des Nutzens aufgesetzt, da das, was einen Schaden mit sich führt, keineswegs in der göttlichen Scharia vom Menschen verlangt wird, da es der Weisheit und dem Zweck der Schöpfung widerspricht.

Im Islam steht hinter jedem Gebot ein Nutzen für den Menschen, selbst wenn in einer Situation zwei Gebote miteinander konkurieren sollten, folgt man dem mit dem größeren Nutzen. Als Beispiel kann ein Mensch aufgeführt werden, der zwei unterschiedliche Handlungen befolgen muss, eins wäre die Rettung eines Menschenlebens und ein anderes das Verbot das Vermögen anderer zu vernichten. Wenn das Gebot der Lebensrettung eines Menschen mit dem Verbot der Vernichtung seines Vermögens konkurieren sollte, steht auf Basis der praktischen Logik das Gebot der Lebensrettung über dem Gebot sein Vermögen zu respektieren.

Die Aufmerksamkeit auf diesen Punkt ist notwendig und wichtig, dass der erhabene Gott dem Intellekt als eine Quelle der Urteilsfindung die Erlaubnis gegeben hat den Nutzen und Schaden einer Handlung und Situation zu erkennen, diese nachzuvollziehen und entsprechend auf Basis des Nutzens zu handeln. Allerdings ist das Urteil, ob etwas verpflichtend oder verwehrend ist, vom erhabenen Gott und die Stellung des Intellekts ist es diese Urteile zu entdecken.

Es ist wichtig festzuhalten, dass alle Gebote und Urteile der islamischen Scharia auf Basis der göttlichen Weisheit und dem Nutzen der Menschen getroffen wurden. Deshalb darf man nicht ein Urteil, welches mit unserem begrenzten Verstand nicht ergründet werden kann, einfach abgelehnt oder geleugnet werden. Allerdings muss man in der Wissenschaft der selbstständigen Rechtsfindung mit Beweisen argumentieren, damit für jedes Urteil ein Beweis vorliegt. Doch wer keine Kenntnis über die Quellen der Rechtsfindung verfügt, kann keine Meinungsäußerung tätigen. Wenn nun für einen Experten eine neue wissenschaftliche These bildet, so muss er diese mit anderen Experten besprechen, damit er vor der Verkündung seiner endgültigen Meinung mit den wissenschaflichen Kritiken seiner These vertraut wird und diese der professioniellen Analyse unterliegen kann.

Wie dem auch sei hat der erhabene Gott auf Basis der eindeutigen Grundlagen nicht einfach so erschaffen, sondern auf Basis eines Zwecks und einer Weisheit. Weiterhin wurde alles erforderliche für den Menschen bereitgestellt, damit seine Begabungen erblühen mögen:

1.       Innerer Beweis: der Intellekt

2.      Äußerer Beweis: die Propheten und unfehlbaren Imame

3.      Offenbarte Quelle: der heilige Qur'an

Diese wurden dem Menschen zur Verfügung gestellt, damit er auf richtige Art und Weise zur Vervollkommnung gelangen möge. Aus dieser Hinsicht hat Er zur Beschreitung dieses Weges die Gebote und Verbote erkenntlich gemacht, damit die Menschen nicht orientierungslos umherirren und durch Unwissenheit vom Weg und Ziel der Vervollkommnung verwehrt bleiben.

Was bisher erläutert wurde, kann wegweisend für alle göttlichen Gebote sein, denn es ist nicht möglich, dass Gott dem Menschen etwas auferlegt, das nicht zu seinem Nutzen wäre. Da einige nicht auf diesen Grundsatz achten, geraten sie bei einigen Geboten der Scharia in Zweifel, obwohl die Scharia als eben jene umfassende göttliche Gesetzgebung zur Glückseligkeit der Menschen aufgesetzt wurde. Wenn alle auf die persönlichen und gesellschaftlichen Aspekte der Scharia achten würden und sie in die Praxis umsetzten, so würde nichts außer Sicherheit und Harmonie als Ergebnis stehen und die Entwicklung des Glaubens, der Gottesfurcht, den menschlichen Werten, des Intellekts und der Spiritualität für die Gesellschaft bringen.

Die Scharia des Islam ist demnach eine Gesetzgebung, die jede Art des Schadens vom Menschen fern hält und es weist keinerlei Erschwernisse auf, da es auf Basis des diesseitigen und jenseitigen Nutzens des Menschen aufgesetzt wurde. Die reine und göttliche Absicht verhilft ihm zur Ewigkeit und mit dem Merkmal der Gottesfurcht führt es zu seiner Akzeptanz beim erhabenen Gott, so spricht der heilige Qur'an:

إِنَّمَا يَتَقَبَّلُ ٱللَّهُ مِنَ ٱلۡمُتَّقِينَ

"Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen (Opfer) an." [1]

08.08.2014

1] Heiliger Qur'an, 5/27


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