Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 60877
Datum der Veröffentlichung : 10/8/2014 5:36:45 PM
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Islamkunde 127 - Islam und Menschenrechte Teil 3

Freitagsansprache vom 03. Oktober 2014

von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Um ein genaues Bild über die "Menschrechte aus der Sicht des Islam" zu schaffen, müssen wir zunächst eine korrekte Definition des "Menschen" schaffen. So muss erwähnt werden, dass die Menschenkunde im Islam, in einer engen Beziehung zur Einheit Gottes, des Prophetentum, der Auferstehung, den moralischen Aspekten und den gesellschaftlichen Verordnungen steht.
In den Lehren des Islam wird der Mensch als Dreh- und Angelpunkt des Systems (und des Existierenden) definiert, daher wurde nach seiner Schöpfung, alles was jener benötigt, ebenfalls erschaffen:

Der euch die Erde zu einer Ruhestätte und den Himmel zu einem Dach errichtet hat.“ [1]

Und das größte göttlich Anzuvertrauende wurde dem Menschen gegeben, zu dessen tragen, dieser fähig war.

„Wahrlich, Wir haben das Anzuvertrauende ausgebreitet zu den Himmeln und der Erde und den Bergen; dann weigerten sie sich, es zu tragen, und sie sind davor zurückgeschreckt. Und der Mensch hat es ertragen. Wahrlich er ist sehr ungerecht, unwissend.“ [2]


Und der Mensch war des Erlernens der göttlichen Weisheit, Erkenntnis und Wissens würdig;

„Und Er brachte Adam alle Namen bei, dann brachte Er diese vor die Engel und sagte: „Nennt mir die Namen dieser Dinge, wenn ihr wahrhaftig seid!“[3]

Und ihnen wurde gebührend die Verneinung, Verehrung und Lobpreisung alles Existierenden zuteil, sogar die der Engel:

Und als Wir zu den Engeln sprachen:" Werft euch nieder"; da warfen sie sich nieder bis auf Iblis; er weigerte sich und war hochmütig. Und damit wurde er einer der Ungläubigen.“ [4]

Und aus ihnen (der Gattung des Menschen) ging der Statthalter Gottes auf Erden hervor, der erste Mensch, sprich der Prophet Adam. Dem würdig, wurde somit der, der ein Ausdruck der Namen und Attribute Gottes darstellt - worauf in diesem Vers hingewiesen wird:

„Und auf Erden existieren Zeichen für jene, die fest im Glauben sind und in euch selber. Wollt ihr es denn nicht sehen? „ [5]

Und in einem anderen heiligen Vers wird gesagt:

Und wir werden sie Unsere Zeichen überall auf Erden und an ihnen selbst sehen lassen, damit ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge aller Dinge ist?“[6]

Darüber hinaus, lesen wir in einem anderen Vers des heiligen Koran:

O ihr, die ihr glaubt! Wacht über euch selbst. Wer irregeht, kann euch nicht schaden, wenn ihr nur selbst auf dem rechten Wege seid. Zu Allah ist euer aller Heimkehr; dann wird Er euch enthüllen, was ihr zu tun pflegtet.“[7]

Es geht aus einer großen Anzahl aus Versen des Korans und den Überlieferungen heraus, dass das Erkennen des Menschen selbst, ein Weg der Erkenntnis Gottes darstellt; sowie auch die Selbstvernachlässigung und Unbedachtheit in Bezug auf seine Angelegenheiten, auch als ein Vergessen und Vernachlässigen Gottes selbst betrachtet wird.

„Und seid nicht wie jene, die Allah vergaßen und die Er darum ihre eigenen Seelen vergessen ließ.“[8]

Unter den Menschen gab es welche, die den Rang der Offenbarung, der Propheten und des „Imamats“ (religiöse Führer) erreichten und als Vorbilder und Musterbeispiele voranschritten - sie waren jene Lehrer, Reinen und Auserwählten, die hinsichtlich ihres Wissens und ihrer Spiritualität eine immens hohe Position erlangt hatten.
Für den Menschen wurde in Wahrheit ein ewiger und immerwährender Platz nach der Auferstehung bzw. im Jenseits vorgesehen - und das Verstehen dieser Wahrheit, geht mit dem Akzeptieren einer anderen Wahrheit, mit dem Namen "Seele", die in jedem Menschen vorhanden ist, einher. Daher muss bei der Erörterung der Menschenrechte, jede Dimension des menschlichen Daseins betrachtet und beachtet werden, um zu einer genauen Definition der Menschenrechte zu gelangen.
Die moralischen und spirituellen Dimensionen des Menschen, sowie auch seine gesellschaftlichen Verordnungen, sind beim Erkennen des Menschen von Hilfe, sodass mit dem Sammeln jener Aspekte, die Bedürfnisse und die Arten der Beziehungen des Menschen sich auf korrekte und vollkommene Weise und in Anbetracht seiner wahren Existenz erkennen lassen, sowie auch die Art seiner Rechte, die dadurch entstehen.

Somit ist die Erläuterung der Menschenrechte erst nach der Erklärung und Definition der menschlichen Wahrheit möglich; und es ist hierbei ganz klar, dass auch wenn der Mensch aus einem natürlichen Körper und einer übernatürlichen Seele erschaffen wurde, sie in Wahrheit miteinander verbunden sind. Das Eigentliche stellt hierbei die einzelne Seele da, der die Führung des Körpers auferlegt wurde. So müssen die gesamten Menschenrechte anhand dieser zwei Aspekte betrachtet und erläutert werden, wobei einer dieser Aspekte nebensächlich und der andere hauptsächlich ist, da jegliche Neigung in der Wirklichkeit des Menschen auf die spirituelle und übernatürliche Dimension und seine natürliche (gottgegebene) Veranlagung zurückzuführen ist.
Aus diesem Grund müssen bei der Erläuterung der verschiedenen Aspekte der Menschenrechte, die einen Aspekte aus einem nebensächlicherem und einige aus einem wesentlicheren Blickwinkel betrachtet werden; so würde man, wenn man die natürlichen Aspekte als wesentlich, und die übernatürlichen und spirituellen Aspekte als nebensächlich oder beide als ebenbürtig betrachtet, nicht die eigentliche Wahrheit der Menschenrechte als Ergebnis vorfinden. Aufgrund dessen folgt die Ausrichtung der "Menschenrechte", erst nach dem Erkennen der "Wahrheit des Menschen ", welche uns dann die Zusammenstellung jener Rechte ermöglicht.

Ohne Zweifel bietet die Rückkehr zur Wahrheit der Religion, die auf der göttlichen Offenbarung und der Botschaft der Menschenkenntnis und der Rechtleitung der Menschen, ausgehend vom allmächtigen Gott, basiert, den richtigen Ausgangspunkt zum Erkennen des Menschen. So müssen jene Lehren erneut mit hoher Aufmerksamkeit betrachtet werden, so dass die Wahrheit des Menschen für die heutige Gesellschaft entdeckt und seine Rechte von jedem respektiert werden.
Es ist sehr klar und deutlich, dass man über den Weg der göttlichen Offenbarung, zu dem Ergebnis gelangt, dass der Mensch aus einem leuchtenden Ursprung heraus erschaffen wurde, alle Menschen Teilhaber der innewohnenden menschlichen Würde sind und Anteil an der Liebe Gottes haben, es zwischen einer Frau und einem Mann keinen Unterschied gibt (in der Wertigkeit), außer durch die eigenen moralischen Werte und Tugenden des Geistes. Aus der Sicht des Islam, haben die Menschenrechte viele Dimensionen inne, wobei das Erkennen jedes Bereiches in Bezug auf alle Menschen von hoher Bedeutung ist.









[1] Sure 2, Vers 22

[2] Sure 33, Vers 72

[3] Sure 2, Vers 31

[4] Sure 2, Vers 34

[5] Sure 51, Vers 20

[6] Sure 41, Vers 53

[7] Sure 5, Vers 105

[8] Sure 59, Vers 19


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