Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 62126
Datum der Veröffentlichung : 11/3/2014 8:31:42 PM
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Die Bewegung Imam Husayns (as) als Beispiel zur göttlichen Aufforderung

„Helft euch in guten Taten und Rechtschaffenheit und helft euch nicht bei Sünden und Feindschaft“
In der Regel kann jede Initiative, die ergriffen wird, um die menschliche Würde zu bewahren, die Wahrheit zu schützen, die allgemeinen Umstände zu verbessern, Gerechtigkeit walten zu lassen, sowie das Erlangen von Tugenden anzustreben, die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf sich zu ziehen und für immer in die Geschichte eingehen. Solche Handlungen gewinnen insbesondere dann an Bedeutung, wenn sie eine globale Relevanz erreichen und verschiedene Gesellschaften und Kulturen dieser Welt beeinflussen. Bewegungen, die aus jenen Handlungen bzw. Initiativen entstehen, sind unbezwingbar und nicht an eine gewisse Zeit gebunden, auch wenn es den Anschein macht, dass sie unterbunden werden können.

Einer dieser unbezwingbaren und zeitlosen Bewegungen stellt der Aufstand Imam Husayns (as) dar. Eine Strömung, die nicht auf eine Nation, Ethnie oder Kultur beschränkt war, sondern von denjenigen bis heute gelobt und anerkannt wird, die die menschlichen Normen und Werte achten und schützen möchten.

Die Bewegung Imam Husayns (as) ist eine globale Bewegung, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte an Kraft und Intensität gewonnen hat. Ein Ereignis, das gegenwärtig stetig die Welt verändert und eine zentrale Schlüsselrolle für viele Freiheitsbewegungen spielt.

Zweifellos ist eine tiefergreifende und allumfassende Analyse dieses großen Geschehnisses eine absolute Notwendigkeit. Der Aufstand von Ashura trägt viele wichtige und wertvolle Lehren und Botschaften für unser Leben in sich.
Das Ereignis bildet einen örtlich und zeitlich uneingeschränkten Kampf zwischen Dunkelheit und Licht und zwischen Wahrheit und Unwahrheit.

Auf diesen Aspekt möchten wir nun, wenn auch nur im kleinen Rahmen, in dieser Erörterung eingehen.

Allah sagt uns im heiligen Koran im zweiten Vers der Sura al-Ma’ida:

„..Und helft euch gegenseitig in guten Taten und Rechtschaffenheit und helft euch nicht bei Sünden und Feindschaft und fürchtet Gott, denn Er ist es, Der streng bestraft.“

Dieser Vers beinhaltet wenn man diesen analysiert zwei Teilaspekte, die beide notwendig sind zur Verbesserung der Gesellschaft. Einmal, dass die Muslime einander helfen und sich gegenseitig in guten Taten unterstützen müssen und einmal, dass die Menschen rechtschaffend sein sollen und die Verweigerung von Hilfe und Unterstützung bei Sünden, Feindschaft und Falschheit.

Welchen Rolle spielt dieser Vers nun in Bezug auf die Geschehnisse in Karbala und die Bewegung Imam Husayns (as) ?

Seine Bewegung gilt als Musterbeispiel der göttlichen Aufforderung „Und helft euch gegenseitig in guten Taten und Rechtschaffenheit und helft euch nicht bei Sünden und Feindschaft.“!

Die Basis der Bewegung Imam Husayns (as) bestand eben aus der Befolgung beider Säulen. Der Grund für den Aufstand Imam Husayns (as) lag nicht in Geldgier, dem Streben nach Reichtum, der Berühmtheit oder Macht, sondern sie bestand im Streben nach der Wahrheit, in der Beseitigung von Unterdrückung sowie in der Verhinderung der Abweichung des Islam aus seiner richtigen Bahn. Imam Husayn (as) sah nicht dabei zu, wie sich Unterdrückung, Dekadenz, Habgier und Sucht nach Luxus im System, das die damalige islamische Welt regierte, ausbreitete. Ein System, das dabei war, die islamischen Prinzipien, die zur damaligen Zeit noch jung und angreifbar waren, auszulöschen und stattdessen eine völlig  unterschiedliche und wahrscheinlich sogar eine entgegengesetzte Ideologie zu implantieren.

Imam Husayn (as) wurde Zeuge, wie nach ca. 60 Jahren voller Anstrengungen und Mühen für die Vorstellung, Etablierung und Verbreitung der islamischen Religion mit großer Geschwindigkeit Rückschritte gemacht wurden und sich Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Betrug und Korruption wie ein Laubfeuer ausbreiteten.

Die allgemeine Situation des Islam und der Muslime zu jener Zeit war sehr besorgniserregend. Aktivitäten und giftige Propaganda der Feinde gegen die Persönlichkeiten des Islam und Verfälschungen und falsche Erneuerungen, die auf listige Art und Weise mit der reinen Religion vermischt wurden, ebneten den Boden, um den Islam Schritt für Schritt zu zerstören und den Namen Muhammad (sas) auszulöschen.
Ca. 60 Jahre nach der Herabsendung der Offenbarungen herrschte in jener Gesellschaft ein verdorbener, verschwenderischer und materialistischer Machthaber, der sich selbst als Prinz der Gläubigen [amir-ul-muminin] bezeichnete. Yazid, der sich selbst Kalif der Muslime nannte, leugnete sogar in Gedichten das Prophetentum von Muhammad (sas)[1]

Unter solch einer Herrschaft war Imam Husayn (as) mit einer geringen Zahl an Gefährten, zusammen mit Frauen und Kindern aufgestanden und hatte gerufen:
„Seht ihr denn nicht, dass gute Taten und Gottesfurcht nicht mehr praktiziert werden, und Sünden und Feindschaft nicht mehr abgelehnt werden?“

Betrachtet man alle Aussagen und Ansprachen und auch das Testament von Imam Husayn (as), so kann man als Ziel seines Aufstandes die Verweigerung von Hilfe und Unterstützung bei Sünde und Feindschaft bezeichnen. Als einige Menschen von den vermeintlich guten Eigenschaften Yazids erzählten, entgegnete der Imam, dass diese Komplimente eine Lüge seien und er diese niemals bejahen werde, da seine Bejahung einer Unterstützung bei Sünde und Feindschaf gleichkäme. Imam Husayn (as) antwortet Marwan Ibn Hakam, der den Treueeid von ihm für Yazid verlangte, dass jemand wie Husayn niemals einer Person wie Yazid den Treueeid leisten werde.[2]

Imam Husayn (as) hatte in einer Ansprache vor dem Heer von Hur ibn Yazid gesagt: „Oh ihr Menschen, wisst, dass der Prophet gesagt hat, wenn jemand einen Herrscher sieht, der das von Gott Verbotene erlaubt und sich der Sunna des Propheten widersetzt und unter den Menschen Sünde und Feindschaft verbreitet und sich gegen diesen Herrscher nicht wehrt, sei es mit Worten oder Taten, und somit Schlechtes verwehrt, hat nichts anderes verdient, als dass Gott ihn in die Hölle schickt. Oh ihr Menschen, wisst, dass diejenigen, die zurzeit an der Macht sind , nur Verdorbenheit im Kopf haben, sich nicht um die göttlichen Gebote kümmern und das von Gott Verbotene erlaubt haben.“[3]

Imam Husayn (as) hatte eindeutig aufgefordert, sich diesem Herrscher zu widerzusetzen. Die Bewegung von Imam Husayn (as) für die Verkündigung des Endes der Kooperation mit einem Unterdrücker und für die Wiederbelebung der wahren Sunna des Propheten (sas) ist die größte gute Tat, zu der der Imam alle einlädt, ihm zu helfen. Imam Husayn (as) lädt seit seinem Verlassen der Stadt Mekka, um nach Kufa zu reisen, bis zum Tag von Ashura und sogar bis zum Moment seines Märtyrertodes, alle Menschen ein, ihm beizustehen. Diese Einladung zur Hilfe wurde teils mündlich in Form von Ansprachen, teils schriftlich in Form von Briefen und teils persönlich ausgesprochen.

Es wird offenkundig, dass die Bewegung Imam Husayns (as) eine vollkommen uneigennützige, selbstlose und aufopferungsbereite Bewegung war, welche bis zum heutigen Tage ein Musterbeispiel für die göttliche Aufforderung darstellt, dass die Muslime sich in guten Taten und der Rechtschaffenheit helfen, jedoch ihre Hilfe und Unterstützung der Falschheit verwehren und entziehen sollen.



[1] Ibn Shahr Aschub: Munaqib al abi talib, Bd.  S.261

[2] Nasich Tawarich, Bd. 1, S.386

[3] Bihar-ul-Anwar, Bd. 44, S. 381


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