Islamisches Zentrum Hamburg
Delicious facebook RSS An einen Freund senden drucken speichern XML-Ausgabe HTML-Ausgabe Output PDF
Nachrichten Code : 65329
Datum der Veröffentlichung : 12/27/2014 4:34:36 PM
Aufrufe : 1391

Islamwissenschaft 132 - Islam und Menschenrechte Teil 8

Freitagsansprache vom 26. Dezember 2014

von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten

In den letzten Sitzungen wurde gesagt, dass der Einzige, der Menschenrechte bestimmen und diesbezüglich Gesetze erlassen kann, ist einzig und allein Gott und nur auf dieser Weise kann ein umfassendes Gesetz über die Menschenrechte erfasst werden.

Allerdings sollten in den Diskussionen über Menschenrechte die Gemeinsamkeiten der Menschen betrachtet werden. Daher kommt man bei der Betrachtung der göttlichen Offenbarungen zu dem Ergebnis, dass der gemeinsame Nenner zwischen den Menschen der Aspekt ihrer angeborenen Eigenschaften ist, welche vier wesentliche Charakteristika hat:

1. gottliebend und gottzentriert.

2. außer-instinktiv, d.h. alle Menschen sind damit von Natur aus betraut.

3. nicht erlernbar.

4. geschützt vor Schäden durch jeglicher Wechsel und Änderung

 

"Und folge der Natur, die Allah geschaffen - worin Er die Menschheit erschaffen hat. Es gibt kein Ändern an Allahs Schöpfung." (30:30)

Wenn diese gemeinsame Richtung zwischen den Menschen auflebt, werden alle in Frieden, Sicherheit und Ruhe leben. Also wenn die Menschen ihre optimale Essenz positiv erwidern, resultiert daraus geistige, moralische und spirituelle Entwicklung für alle. Dadurch gelangt die menschliche Gesellschaft zu einer Stufe der Vollkommenheit und Entwicklung, welche bezogen auf alle Einzelnen einen humanistischen Umgang haben wird, der auf göttlichen Werten basiert.

Denn die Wahrheit (Haqq)2 und die offensichtiliche Wahrheit (Haqq-ul-Mobin)3 ist Gott und hat sogar in ihm seinen Ursprung. Und wenn die Wahrheit von Gott ist4, ist sie fern von jeglichem Irrtum und jeglicher Vergessenheit.

2. " Dies (ist so), weil Allah allein die Wahrheit ist." (31:30)

3. " Allah ist die offensichtliche Wahrheit. " (24:25)

4. " Die Wahrheit ist es von deinem Herrn ." (2:147)

Allerdings lautet die zur Debatte stehende Frage, wie der heilige Koran, welcher vor mehr als 1400 Jahren offenbart wurde, auf heutige Diskussionen über Menschenrechte antworten kann? Kann der Koran alle Bedürfnisse der heutigen Menschen bzgl. der Menschenrechte abdecken?

Als Antwort auf dieser Frage kann auf den Punkt hingewiesen werden, dass wenn die Rede von den Menschenrechten ist, es keinen Unterschied zwischen den früheren, heutigen und künftigen Menschen gibt, denn ihre gemeinsamen Bedürfnisse blieben seit dem Beginn der Schöpfung bis zum heutigen Tage gleich. Dazu gehören Bedürfnisse wie z.B. ethisch korrektes Verhalten, Vermeidung von Unrecht und Unterdrückung,  Einhaltung des gegenseitigen Respekts zwischen Mann und Frau, Rationalität und Intellekt, Gerechtigkeit, gegenseitiges aufrichtiges und in Politik, Regierung und Wirtschaft ethisches Verhalten, Aufrechterhaltung der Frauenrechte und der Stellung der Frau in der Familie und Gesellschaft und eine gerechte Vermögensverteilung. Solche Fälle sind keine, die sich nur auf frühere Bedürfnisse der Menschen beziehen, sondern sind Teil der wesentlichen und grundsätzlichen Debatten und Angelegenheiten der Menschen. Insofern sind die Muslime davon überzeugt, dass sich alles, was zum Menschen, seiner Stellung und seinen Rechten gezählt wird, im heiligen Koran befindet:

" Wir haben dir das Buch hernieder gesandt zur Erklärung aller Dinge."(16:89)

Auch in einigen Überlieferungen wurde auf diese Bedeutsamkeit hingewiesen, wie z.B in der Überlieferung von Imam Sadiq (as), die besagt:

"Wahrlich Gott, der Erhabene, hat im heiligen Koran die klare Erläuterung aller Dinge offenbart und ich schwöre bei Gott, dass er dabei nichts ausgelassen hat, was der Mensch brauchen könnte. Dies geht soweit, dass kein Geschöpf behaupten könnte, wäre doch bloß dies oder jenes im Koran erwähnt worden, es sei denn, Gott hat es wahrlich im heiligen Buch offenbart."

In einer anderen Überlieferung sagt Imam Baqir (as):

"Wahrlich Gott, der Erhabene, hat alles, was sie brauchen, in dem Buch offenbart und dies seinem Propheten klar erläutert. Er hat für alle Dinge klar begründete Grenzen festgelegt und für deren Überschreitung hat er ein Strafmaß festgelegt. "

Auf Basis dieser Überlieferungen taucht das auf, was die Menschen in verschieden Bereichen benötigen, seien es nun individuelle oder ganzheitliche Bedürfnisse.

In einer anderen Überlieferung sagt Imam Sadiq (as):

"In dem Buch Gottes kommt alles, was vor euch war und nach euch sein wird und das, was zwischen euch richten wird, vor und wir wissen darüber."

Wenn man versucht, den heiligen Koran präzise zu verstehen, findet man seinen mangelnden Teil über alles Menschliche und wird zu keinem Zeitpunkt verwirrt und ziellos sein.

Der Weg und Das Ziel und all das, was zu den Menschenrechten gehört, wird mithilfe des Koran gewonnen und unter Berücksichtigung dessen, dass der Koran die auf den Menschen bezogenen Themen in verschiedenen Aspekten erwähnt und auf die wahre Bedürfnisse hinweist, so können aus ihm die benötigten Regeln über den Menschen extrahiert werden.

Es wurde noch erwähnt, dass sich die gemeinsamen Bedürfnisse der Menschen auf keinen konkreten Zeitpunkt beziehen und zeitunabhängig sind. Allerdings kann ein nicht vor Sünden bewahrter Mensch eine falsche Auffassung des Koran besitzen. Aber weil der Weg klar und die Richtung stimmig ist, ist der Fehlerquotient bei ihm unvergleichbar mit dem einer Person, die gar keinen Bezug zur göttlichen Offenbarung besitzt. Von daher ist es notwendig für die Aspekte der Menschenrechte die Offenbarung als Wort Gottes zu anzuwenden.


Kommentar



Zeige nichtöffentliche
تصویر امنیتی :