Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 73937
Datum der Veröffentlichung : 5/1/2015 1:26:49 PM
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Islamkunde 142 - Islam und Menschenrechte 18

Freitagsansprache vom 17. April 2015

von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V.

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Bei der Bearbeitung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind wir nun bei Artikel 3 angekommen.

In diesem Artikel heißt es :

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

In diesem Artikel werden drei Arten von Recht angesprochen, das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit und das Recht der Sicherheit der Person. Es ist sehr einleuchtend, dass zunächst einmal keiner gegen die Richtigkeit und Wichtigkeit dieser Rechte etwas auszusetzen hat. In diesem Zusammenhang sind in den Lehren des Islams,ebenfalls die bereits erwähnten Rechte anerkannt. Was aber an dieser Stelle wichtig erscheint, ist die Frage, um welches Recht es sich hierbei handelt, wenn man über das Recht auf Leben spricht. Handelt es sich um das Recht des materiellen oder ideellen Lebens ? Ebenfalls wenn jemand für ein Verbrechen, wie den Mord an der Gesellschaft verantwortlich ist, und dieser ein krimineller Mensch ist, der das Recht auf Leben absichtlich vielen Menschen genommen hat, existiert dann für diesen Menschen ebenfalls das Recht auf Leben? Wenn dies der Fall sein sollte mit welcher Begründung ? Es ist ganz einleuchtend, dass das wichtigste Recht, das einem Menschen zusteht, das Recht auf Leben ist.

Nach den Lehren des Islams ist es keinem erlaubt, das Recht auf Leben anderer zu nehmen.

Dieses Recht hat aus der Sicht des heiligen Korans einen so hohen Stellenwert, dass es heißt :

" Wenn das Recht des materiellen Lebens einem Menschen genommen wird, ist dies leichzusetzen mit der Vernichtung der gesamten Gesellschaft. " ( Sure Al-Maida, Vers 32 )

In diesem Vers wird auf einen sehr wichtigen Aspekt hingewiesen. Und zwar wenn jemand gegenüber einem anderen übergriffig wird und diesen absichtlich tötet oder die Absicht hat ein großes Verbrechen zu begehen, hat er die ideellen Rechte der anderen in der Art verletzt, als ob er mehrere Menschen von Drogen abhängig gemacht hätte oder in Verderbnis gezogen hätte.

Das sind große Verbrechen, welche nicht zu Verzeihen sind und von denen man nicht mit Leichtigkeit hinwegsehen kann. Trotz alle dem gibt es einige, die jene Menschen verteidigen und das Recht auf Leben für diese verlangen. In Wirklichkeit aber ist diese Einstellung nicht mit der Vernunft zu vereinbaren.

Auf der anderen Seite sind die vernünftigen Menschen dieser Welt nicht der Meinung, dass wenn eine Person mehrere unschuldige Menschen das Leben genommen hat, mit nur ein paar Jahren Haft gerecht bestraft wäre. Jedoch herrscht bei dieser Thematik innerhalb derjenigen, welche Strafgesetze verfassen, eine große Meinungsverschiedenheit.

Aufgrund dessen sollte man sich bei diesem Thema mit allen weltlichen und ideellen Rechten des Menschen befassen. Weiterhin muss man sich mit dem unersetzlichen Schaden, der durch diese Art von Verbrechen und Tötungen aufgetreten ist, im tieferen Sinne widmen.

Trotz alle dem gibt es einige wichtige Fragen im Zusammenhang mit diesen verbrecherischen und kriminellen Personen, von denen man nicht mit Leichtigkeit hinwegsehen kann.

Es hat den Anschein, dass diese Art von Personen, welche nicht Mal den Namen Mensch verdienen und die menschliche Gesellschaft von allen Seiten her verunreinigen, in einer Art bestraft werden sollten, dass sich niemand die Erlaubnis erteilt das Leben eines Menschen

zu nehmen, welches das erste Recht eines jeden Menschen darstellt. Genauso sollten Bedrohungen, die das ideelle Leben eines Menschen bedrängen, und die Ruhe und Sicherheit der Menschen in eine moralische und spirituelle Krise ziehen, ernst genommen werden.

Eine spirituelle Krise führt nämlich zu einer Identitätskrise, welches als Resultat Depression und Niedergeschlagenheit hervorruft. In dem heiligen Koran werden diejenigen, die in einer kulturellen Unwissenheit verfallen waren, als verdorben bezeichnet.

" Ihr wart leblos und Gott ist es, der euch ins Leben rief. "( Sure Al-Baqara, Vers 28 )

In diesem Vers wird sowohl das weltliche Leben nach dem Tod als auch das ideelle Leben in Betracht gezogen. Aufgrund dieser Tatsache ist nach Auffassung des heiligen Korans die Vernichtung des weltlichen und ideellen Lebens durch einen selbst oder durch andere verboten. Denn das Leben ist dem Menschen von Gott geschenkt worden und man muss es

als eine menschliche Pflicht sehen das Recht auf Leben zu respektieren und Ehre zu schenken und es nicht zu verletzen.

Aufgrund dessen ist der Selbstmord im Islam ausdrücklich verboten und es wird in keinster Weise und zu keiner Zeit jemandem die Erlaubnis erteilt sich das Leben zu nehmen.

Einer der Bündnisse die Gott mit Bani-Israel( Kinder Israels) geschlossen hat, war das Unterlassen von Blutvergießen.

" Gedenkt der Zeit, als wir mit euch einen Bund schlossen und euch ermahnten : Ihr sollt einander nicht töten und nicht aus den Häusern vertreiben! "

Solch ein Bündnis betrifft nicht nur die Bani-Israel( Kinder Israels) , sondern ist auf alle anderen gleichermaßen bezogen. Ein Beispiel das im heiligen Koran erwähnt wird und Gott dieses Gesetz dem Propheten geboten hat, ist der Vers 151 in der

Sure Al-Anam.  " Sprich: Kommt herbei! Ich trage euch vor, was euer Herr euch wirklich geboten hat :

Ihr sollt Ihm nichts beigesellen. Eure Eltern sollt ihr gut behandeln. Ihr sollt eure Kinder aus Furcht der Verarmung nicht töten.

Wir versorgen euch und sie; ihr sollt keine abscheulichen Sünden- weder öffentlich  noch im Verborgenen- begehen; ihr sollt niemanden töten, denn das hat Gott verboten, es sei denn nach gerechtem Urteil. Das sind Gebote und Verbote Gottes, die er euch vorschreibt. Ihr sollt darüber nachdenken, auf dass ihr vernünftig handeln möget. "

Genauso wird in einigen anderen Versen erwähnt, dass diejenigen, die absichtlich das Leben anderer Menschen nehmen, auf sie eine schwere Qual und die Hölle wartet.

In der Sure Al-Nisa, Vers 93 heißt es : " Wer einen Gläubigen vorsätzlich tötet, wird mit der Hölle bestraft, in der er ewig bleiben wird.

Gott zürnt ihm, verdammt ihn und bereitet ihm eine überaus qualvolle Strafe. "

Aufgrund dessen ist nach Auffassung des heiligen Korans das Verletzen des weltlichen und ideellen Lebens der Menschen mit einer schweren Bestrafung verbunden. Deshalb verteidigt der Islam ausdrücklich das Leben des Menschen, und diejenigen, die dieses verletzen,für sie sieht der Islam eine schwere Bestrafung sowohl im Diesseits als auch im Jenseits.

Die vernünftigen Menschen sind ebenfalls der Ansicht, dass das Leben des Menschen ausdrücklich respektiert und geehrt werden muss. 

 

 


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