Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 75851
Datum der Veröffentlichung : 6/4/2015 1:02:44 PM
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Bericht über die spirituelle I'tikaf-Zeremonie 2015

Der I'tikaf ist eine geeignete Stätte für Reflexion und Überlegung. Der I'tikaf stellt eine Möglichkeit zur Entfaltung des Geistes und des Körpers dar. Dem Geist des Gläubigen bedarf es an Anbetung, es bedarf einer süßen und schönen Andacht und Kommunikation, es bedarf einer Verbindung mit der Quelle der Schönheit und der Vollkommenheit. Der I'tikaf legt den Grundstein für Reue und Rückkehr. Die Rückkehr zur Spiritualität, die Rückkehr zum Gebet und der Hilfe aus dem Jenseits, die Rückkehr vom "Egozentrismus" zum "Theozentrismus".


Die Imam Ali (A.S.) Moschee in Hamburg empfing vom 02.05.2015 bis zum 04.05.2015 gleichzeitig fastende Gäste, welche für die Teilnahme an der 11. Runde des I'tikaf nach Hamburg gereist waren. In der diesjährigen I'tikaf-Zeremonie kamen Teilnehmer aus unterschiedlichen europäischen Ländern, wie beispielsweise den Niederlanden, Belgien, Schweden, Italien, Frankreich, England, Österreich, Polen und auch aus vielen verschiedenen Städten Deutschlands.
Das Islamische Zentrum Hamburg e.V.  bot den I'tikaf-Teilnehmern in der diesjährigen Runde ein breitgefächertes Programm. Zu diesem Programm gehörten beispielsweise verschiedene Reden, islamrechtliche Fragen- und Antwortenrunden, die Bildung von verschiedenen Lernkreisen zur religiösen Erkenntnis auf unterschiedlichen Sprachen, die Rezitation von 2 Juz (der heilige Koran wird in insgesamt 30 Juz/Bereiche eingeteilt) des heiligen Korans in zwei Zeitetappen, morgens und nachmittags, Lobreden und die Veranstaltung der Rituale der Omeh Davud.
Bei der Abendveranstaltung des zweiten I'tikaf-Tages, welches mit der Trauerzeit ihrer Exzellenz, Zeynab (A.S.), zusammenfiel, wurden im Islamischen Zentrum Hamburg e.V. Reden und eine eindrucksvolle Trauerzeremonie zu ihren Ehren abgehalten. In dieser Zeremonie widmete sich Ayatollah Dr. Ramezani, Imam und Leiter des Islamischen Zentrum Hamburg e.V., seiner Rede. Zunächst brachte er sein Beileid über die Trauerzeit ihrer Exzellenz, Zeynab (A.S.), zum Ausdruck. Daraufhin erinnerte er daran, dass die spirituelle I'tikaf-Zeremonie als eine einmalige Gelegenheit zur spirituellen Entwicklung und Entfaltung und auch zur Sammlung des diesseitigen und jenseitigen Gepäcks und Proviants der Lebensreise gesehen werden muss und äußerte folgendes:


Man sollte jeden einzelnen Augenblick dieser einmaligen Gelegenheit wertschätzen. Es ist wichtig, dass wir füreinander beten, da wir auf gegenseitige Gebete angewiesen sind. Für jeden Augenblick unseres Lebens benötigen wir einen Schutz und den einzig wahren Schutz für uns Menschen stellt der liebe Gott dar, da allein der allmächtige und liebende Gott uns erlösen kann. Wenn ein Mensch mit seinem eigenen Willen, mit dem er von Gott gesegnet wurde, die wahrhaftige Vollkommenheit und Glückseligkeit erlangen möchte, benötigt er ein bestimmtes Programm. Wir wurden in einer Welt erschaffen, welche aus Bewegung und Entwicklung besteht. Die Bewegung und Entwicklung des Menschen beginnt mit der Befruchtung der Eizelle und der Bildung des Samens, reicht über die Geburt, die Jugend und das Alter bis schließlich hin zur Schwäche und Entkräftung. In diesem Zusammenhang offenbart der heilige Koran folgendes:
" يَا أَيُّهَا الْإِنسَانُ إِنَّكَ كَادِحٌ إِلَىٰ رَ بِّكَ كَدْحًا فَمُلَاقِيهِ " " O du Mensch, du mühst dich hart zu deinem Herrn hin, und so wirst du Ihm begegnen. "(Al-Inshiqaq | 84: 6). Nach diesem heiligen Koranvers erlangen alle Menschen die Begegnung und das Treffen mit dem allmächtigen Gott; einige erlangen aber die Begegnung mit der Vergebung des allmächtigen Gottes, andere erlangen die Begegnung mit dem Zorn des allmächtigen Gottes.
Nichtsdestotrotz existiert der allmächtige Gott überall und ist auch überall präsent. Wenn aber ein Herz gebrochen wird, widmet der gepriesene Gott sich dieser Begebenheit auf eine besondere Weise und schenkt gebrochenen Herzen spezielle Beachtung. Daher wird auch folgendes offenbart: "Ich befinde mich in den gebrochenen Herzen".
Auch die Bewegung des Menschen in Richtung der Wahrhaftigkeit und in Richtung des allmächtigen Gottes ist eine natürliche und wesensbezogene Bewegung, außer wenn der Mensch selbst ein Hindernis aufstellt. Der heilige Koran offenbart hierzu folgendes:         " مَن جَاءَ بِالْحَسَنَةِ فَلَهُ عَشْرُ أَمْثَالِهَا وَمَن جَاءَ بِالسَّيِّئَةِ فَلَا يُجْزَىٰ إِلَّا مِثْلَهَا " " Wer mit (etwas) Gutem kommt, erhält zehnmal soviel. Und Wer mit einer bösen Tat kommt, dem wird nur gleichviel vergolten, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt." (Al- An'am | 6: 160). Weshalb bereichert der allmächtige Gott den Menschen, der gut handelt mit mehr Segen? Weil er sich auf dem natürlichen Weg begeben hat und seine Geschwindigkeit höher ist. Wenn der Mensch aber Sünde und Verstöße begeht, wird er im selben Ausmaß bestraft und nicht höher, weil dieser Mensch sich entgegen des natürlichen Weges bewegt hat. Gott bewahre, dass der Mensch eine Tat begeht, sodass seine Bewegung sich in Richtung der Sünde und natürlichen Ungläubigkeit richtet und das sogar mit einer erhöhten Geschwindigkeit.
Der Leiter der Islamisch-Europäischen Union der Schia-Gelehrten und Theologen widmete sich in einem anderen Teil seiner Rede der Erläuterung und Darlegung der Tugenden ihrer Exzellenz, Zeynab (A.S.), und äußerte folgendes: Obwohl die Stellung und Position der Unbescholtenheit für keine Person außer dem Propheten (S.A.S.) und seiner  Reinen Nachkommenschaft (A.S.) erforderlich ist, gehörte ihre Exzellenz, Zeynab (A.S.) zu den großen Persönlichkeiten, welche die Position und Stellung der Unbescholtenheit erlangt haben. Zeynab (A.S.) war eine zielorientierte und zielstrebige Reisende, welche immer an der Seite des Gottesvertreters stand. Diese ehrenwerte Dame trat in ihrem Leben zahlreiche Reisen an:
1. Die Reise von Medina nach Kufa, bei der sie ihren ehrenhaften Vater, Imam Ali (A.S.) begleitete. Die Große Zeynab (A.S.) ("Zeynab Kobra"/ " زینب کبری "), wie sie auch genannt wird, brachte den Menschen in Kufa die Interpretation des heiligen Koran näher.
2. Auf der Reise von Kufa nach Medina begleitete sie ihren Bruder, seine Exzellenz Imam Hassan Mojtaba (A.S.).
3. Auf der Reise von Medina nach Mekka begleitete sie ihren Bruder, seine Exzellenz Imam Hossein (A.S.), eine Reise, welche im arabischen Monat Rajab durchgeführt wurde.
4. Die Reise von Mekka nach Karbala trat sie mit ihrem Bruder, Imam Hossein (A.S.) im arabischen Monat Zihajeh des Jahres 60 der arabisch-islamischen Zeitrechnung an.
5. In der Reise von Karbala nach Damaskus begleitete sie Imam Sajad (A.S.) mit der Karawanengruppe der Geiseln Karbalas, welche eine sehr schwierige und mühselige Reise darstellte.
6. Die Reise von Damaskus nach Medina.
Die Große Zeynab (A.S.) erlangte als Schülerin der Denkschule der Offenbarungsfamilie solche Tugenden und eine solch hohe spirituelle Position, dass sogar ein reiner Imam, wie beispielsweise Imam Hossein (A.S.), sie um ein Gebet für ihn bat.


Es ist nennenswert, dass Hojatolislam Valmolsemin Dr. Torabi und Hojatolislam Valmoslemin Ansari im Rahmen der diesjährigen I'tikaf-Zeremonie Reden gehalten haben. Außerdem widmeten sich verehrte Geistliche, wie Herr Haeri Shirazi und Herr Ale Batoul sowie Frau Jahangiri neben der Anwesenheit in den Kreisen der Erkenntniserlangung der Beantwortung von Fragen seitens der Teilnehmer.
Hojatoleslam Herr Nezamoldin Haeri Shirazi, welcher bei der diesjährigen I'tikaf-Zeremonie der Imam Ali (A.S.) Moschee in Hamburg als Wissenschaftler und Gelehrter aus Österreich angereist war, bildete, wie auch in den vergangenen Jahren, einen deutschsprachigen Kreis der Erkenntnis für die I'tikaf-Teilnehmer. Im Rahmen seiner Sitzungsreihe widmete er sich mithilfe moralischer und spiritueller Verse aus dem heiligen Koran und deren spezifischer Interpretation Diskussionen in Bezug auf die Wahrheit der Rezitation, dem wahren Ich und dem Pseudo-Ich, den Folgen der Zuneigung und Nächstenliebe auf dem Weg Gottes, der Abwertung und Verachtung der inneren und äußeren Abgötter, der Wahrheit des Universums, den Folgen von Zweifel und Sicherheit im heiligen Koran und der Auseinandersetzung mit der Interpretation des heiligen Koran (die Interpretation nach einem Beschluss), Erzählungen über Fundamentalisten, die sich als Muslime ausgeben, usw. ... . Aufgrund seiner Spezialisierung im Bereich der moralischen, psychologischen und Familienberatung konnten einige Teilnehmer der Zeremonie neben dem I'tikaf eine persönliche Beratung des Herrn Haeri Shirazi in Anspruch nehmen und nutzen.
Hojatoleslam Valmoslemin Herr Ansari wies im Rahmen seines Erkenntniskreises auch auf die Möglichkeit des Gebetes hin, welche die I'tikaf-Teilnehmer erlangt haben und zählte die Reflexion und Überlegung nach den Überlieferungen zu der besten Art des Gebetes und widmete sich der Erläuterung und Darlegung des Aspektes der Rationalität im Islam. Mit dem Verweis auf den heiligen Koranvers " وَ قَالُوا لَوْ كُنَّا نَسْمَعُ أَوْ نَعْقِلُ مَا كُنَّا فِي أَصْحَابِ السَّعِيرِ " (Al-Mulk | 67:10) erinnerte er daran, dass die Bewohner der Feuerglut zugeben, nicht zu den Insassen der Feuerglut zu gehören, wenn sie doch zu Lebzeiten reflektiert und begriffen hätten. Aus diesem Grund zählt der Verstand des Menschen zum größten Segen, mit welchem der Mensch seitens des allmächtigen Gottes durch dessen Wissen, dessen Barmherzigkeit und dessen Wohltätigkeit beschenkt wurde. Wenn, nach dem heiligen Koran und zahlreichen Überlieferungen, die Menschen reif sind, und falls der allmächtige Gott den Menschen seine Propheten (A.S.) für deren Rechtleitung gesandt hat und falls der allmächtige Gott den Menschen das Versprechen zum Jüngsten Gericht gegeben hat, so erfolgen alle Aspekte allein aufgrund des Verstandes.
Es liegt allein am Verstand des Menschen, dass dieser im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen erhabener und tugendreicher ist. Jeder Mensch bietet jedoch eine besondere und individuelle Interpretation des Verstandes an. Aus diesem Grund sollte der Verstand aus Sicht der Religion  und den islamischen Lehren erörtert werden. Im heiligen Buch "Kafi" stehen zahlreiche Überlieferungen über die Reine Nachkommenschaft des Propheten (A.S.) und ihren Ansichten zum Verstand. Beispielsweise fragte man seine Exzellenz, Imam Sadegh (A.S.), was denn der Verstand sei? Seine Exzellenz antwortete folgendes: " العقل ما عبد به الرحمن و اکتسب به الجنان " "Der Verstand ist etwas, mit dessen Hilfe der Mensch beten und schließlich in den Himmel eintreten kann." Aus diesem Grund sollte der Mensch bei der Anbetung Gottes auch von seinem Verstand Gebrauch machen. Anhand dieser Art von Überlieferungen kommt man zu dem Entschluss, dass der Verstand für die Anbetung des allmächtigen Gottes und der Himmel für den Verstand erschaffen wurde.
Herr Seyed Mohsen Ale Batoul widmete die Diskussionen seines Erkenntniskreises auch der Thematik und des Prinzips der Anbetung in den religiösen Lehren und der Äußerung der Gebetsrituale zum allmächtigen Gott. Er deutete darauf hin, dass jedes einzelne Wort und jeder einzelne Begriff, der in den religiösen Lehren gebraucht wird ein gewisses Spektrum an Bedeutungen umfasst. Hierbei verwies er auf die Bedeutung des Begriffes der Anbetung und deren Notwendigkeit für die Erlangung einer religiösen Lebensart. Er äußerte, dass die Anbetung einen sehr notwendigen und erforderlichen Aspekt  darstellt und fuhr wie folgt fort: Der allmächtige Gott offenbart im 56. Vers der heiligen Sure Adh-Dhariyat die Anbetung und Hingabe zu Gott als Ziel der Erschaffung der Menschheit: " وَ مَاخَلَقْتُالْجِنَّوَالْإِنسَإِلَّالِيَعْبُدُونِ " (Adh-Dhariyat | 51:56).
Die bedeutendste Eigenschaft, welche dem edelmütigen Propheten (S.A.S.) beim Gebetsmuezzin vor seiner Eigenschaft als Gesandter Gottes zugesprochen wird, ist seine Eigenschaft als Diener Gottes: " اشهد انّ محمداً عبدُه و رسولُه ". Nach dem 156. Vers der heiligen Sure Al-Baqara ("إنّا للّه و إنّا الیه راجعون ") sind alle Menschen Eigentum Gottes und der allmächtige Gott ist unser Herr und Oberhaupt. Man sollte aber beachten, dass der allmächtige Gott Herr und Oberhaupt aller Lebewesen ist, er ist beständig und ewig, er ist reich und absolut bedürfnislos, er ist sehr barmherzig, er bemüht sich um das Wohl seiner Geschöpfe; aber diese guten Eigenschaften des allmächtigen Gottes sollten uns nicht dazu bringen, unseren wahren Stellenwert zu vergessen und zu vergessen, dass wir die Diener und der allmächtige Gott unser Herr und Oberhaupt ist. Die Beachtung dieser Thematik ist sehr wichtig, da der einzige Weg zur Erlangung der wahren Freiheit, des Wissens und der Vollkommenheit und der endlosen Freude in der Anbetung liegt. Über seine Exzellenz, Imam Hassan Mojtaba (A.S.) wird folgende Aussage überliefert: "Jeder Mensch, der zum Diener Gottes wird, erlangt durch diesen allmächtigen Gott auch die vollkommene Kontrolle über alle Dinge."
Falls ein Mensch sich jedoch von der Anbetung und Hingabe zum allmächtigen Gott distanziert, so werden diesem Menschen Grausamkeit in seinem Herzen zum Verhängnis. Schließlich verliert dieser Mensch das Talent zur Erlangung göttlicher Segen. Der allmächtige Gott ist ja nicht neidisch, aber ein Mensch, der aufgrund von Ungehorsamkeit ein grausames Herz erlangt, verliert das Talent zur Erlangung von Segen. In einer Überlieferung fragt eine Person seine Exzellenz, Imam Reza (A.S.) folgendes: Wieso hat der allmächtige Gott seinen Geschöpfen die Anbetung aufgeboten? (Braucht er denn die Anbetung seiner Schöpfung?) Imam Reza (A.S.) äußerte folgendes: Diese Offenbarung besteht, damit die Menschen den allmächtigen Gott nicht vergessen und sich nicht von dessen Anbetung distanzieren und seine Gebote und Verordnungen nicht verweigern; Wenn die Menschen nämlich sich selbst überlassen sind und ohne Anbetung und Verehrung Gottes leben, so werden ihre Herzen grausam.


































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